Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726321
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Der 
römische 
Privatbau. 
Haus des Pansa zu 
Pompeji- 
nium oder Speisesaall gedient haben; ein kleinerer steht durch einen 
schmalen Gang, der zwei der angebauten Nebenhäuser trennt, mit der 
Seitenstraße in Verbindung. Da sich nun hinter dem Peristyl noch ein 
Garten befindet, so hat man die Verbindung zwischen diesen beiden 
Theilen in ähnlicher Weise, wie zwischen Atrium und Peristylium her- 
gestellt, indem hier ein grofser, dem Tablinum vergleichbarer Saal (oecus) 
angeordnet ist  der olfenbar das Prachtgemach des Hauses bildete. 
Dafs derselbe nicht zum Durchgang bestimmt war, geht aus dem seitlich 
angebrachten Gange (10) hervor, der übrigens vermöge einer Seitenthür 
auch mit dem Oecus selbst correspondirt. An die mit einer Säulenhalle 
verzierte Hinterfacade schliefst sich der Garten (11) an, dessen regel- 
mäfsig angelegten und, wie es scheint, für Gemüsebau bestimmten Beete 
bei der Ausgrabung noch kenntlich waren, und in dessen Hintergrund, 
der Oeffnung des Oecus gegenüber, sich eine Art offener Halle (12) be- 
funden zu haben scheint. 
Von den an diese Wohnungsräume sich anschließenden Läden und 
Geschäftsräumen bemerken wir, dal's einer der ersteren mit dem Hause 
selbst zusammenhängt. Es ist der zweite vom Eingang auf der linken 
Seite der F aeade und es steht derselbe vermittelst eines Hintergemaches 
mit dem Atrium in Verbindung, so dal's es scheint, als ob der Besitzer 
des Hauses selbst darin die Erträgnisse seines eigenen Gartens oder eines 
Landgutes durch einen Sklaven habe feilhalten lassen. Von den anderen 
Geschäftslokalen dagegen zeichnet sich durch Gröfse, wie durch gute Er- 
haltung der daselbst befindlichen Vorrichtungen das an den eben bespro- 
chenen Laden anstofsende und einen Theil der linken Seitenfront einneh- 
mende aus, welches zum Betrieb einer Bäckerei (pistrinzom) bestimmt war, 
indem sich zu dem wohlerhaltenen Backofen die dazu erforderlichen Mühlen, 
Backtisch, Walserreservoir u. s. w. gesellen, während andere zu demselben 
Complex gehörige Räume zum Verkauf der Producte und zur Wohnung 
des Inhabers bestimmt waren. Was sehliefslieh die Gesammtanlage dieses 
wichtigen und an Aufschliissen für das antike Leben so reichen Gebäude- 
complexes anbelangt, so wollen wir nur noch bemerken, dal's deutliche 
Anzeichen auf die Anordnung eines zweiten Stockwerkes schlielsen lassen. 
Selbst einige Theile des Fußbodens der in dem oberen Gesehofs befind- 
lichen Gemächer sind erhalten und es wird von Mazois, dem wir eine 
musterhafte Publication der Gebäude von Pompeji verdanken, bemerkt, dal's 
1 Ueber 
werden. 
delt 
die Einrichtung der 'I'riciinien wird weiter unten 5 88 
Die Beschreibung der Prachtsäle (oeci) übergehen wir. 
ausführlich geban-
        

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