Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726215
Aquaeducte zu Rom, bei Nismes und bei Segovia. 
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wegen der Terrainbeschaffenheit nöthigen Umwege hatte die ganze Leitung 
eine Länge von 45 Meilen, von denen 35 durch unterirdische Canäle, 
10 durch Oberbauten eingenommen waren. Die Amb nova war, wie 
schon der Name besagt, aus dem Flusse Anio entnommen und zum Gegen- 
satz gegen eine ältere Leitung (Anio vetue) so benannt. Die Leitung 
begann beim 62. Meilensteine derselben Strafse und nahm das Wasser 
nicht unmittelbar aus dem Flusse auf, sondern erst nachdem dasselbe zur 
Klärung und Reinigung in ein grofses Bassin geleitet war; am 38. Meilen- 
steine wurde der Leitung das noch klarere Wasser eines Quells, des rivus 
Herculaneus, zugeführt. Ihre ganze Länge beträgt 62 römische Meilen, 
auf denen der Canal theils über, theils unter der Erde geführt ist. Etwa 
6 Meilen vor der Stadt vereinigen sich beide Leitungen, um auf einem 
gemeinsamen Bogengange ihrem Endpunkte zugeführt zu werden; der 
letztere erreicht an einigen Stellen eine Höhe von 109 Fufs, so dal's der 
Canal der über der aqua CYaudia fliefsenden Anio noca als die höchste 
aller zu Rom befindlichen Wasserleitungen betrachtet wurde. 
Was die Höhe und Kühnheit dieser Werke anbetrifft, so haben wir 
so eben erwähnt, dafs die vereinigten Leitungen des Claudius an einigen 
Stellen eine Höhe bis zu 109 Fufs erreichten. Noch bedeutender sind in 
dieser Beziehung einige andere Leitungen, von denen wir nur zwei den 
Provinzen angehörige hervorheben wollen. In der Nähe des alten Nemausus 
(Nismes) im südlichen Gallien, dessen schönen Tempel wir schon oben 
kennen gelernt haben, befindet sich eine Wasserleitung, welche ein Thal 
überschreitet. Dies prachtvolle Bauwerk, das noch heut wohl erhalten 
und dessen höchster Theil unter dem Namen des vpont du Garde bekannt 
ist, erhebt sich in zwei Stockwerken, denen aufserdem eine Reihe kleinerer 
Arcaden hinzugefügt ist, zu einer Höhe von fast 150 Fufs. Die Arcaden 
sind weit gespannt und machen den Eindruck grofser Leichtigkeit und 
Kühnheit. Aehnlich sind die Anlagen der Aquaeducte von Segovia und 
Tarragona in Spanien. Ersterer besteht in einer Länge von 2400 Fufs 
aus einer Reihe gewölbter Arcaden; da wo die Senkung des von ihnen 
durchschnittenen Thales am tiefsten ist, erheben sich die Arcaden in zwei 
Stockwerken bis zu einer Höhe von etwa 100 cast. Fufs und bieten eben- 
falls bei grofser Festigkeit den Anblick von überraschender Leichtigkeit 
dar. Die Construction des Werkes ist so vortrefflich, dafs sich dasselbe 
bis auf die heutige Zeit sehr wohl erhalten hat". Der Aquaeduct von 
Tarragona ist 876 Fufs lang und 83 Fufs hoch. 
1 Vergl. Andres Gomez de Sommorostro, El acueducto y otras antiguedades de Se- 
govia. Madrid 1820.
        

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