Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726091
so hohe religiöse Wichtigkeit zugeschrieben worden zu sein, dal's deren 
Pflege einem priesterlichen Collegium der ponteßces (Brückenschläger) an- 
vertraut war, aus denen später sogar das oberste Priestercollegium hervor- 
ging. Auch behielt das Oberhaupt sämmtlicher Angelegenheiten, die den 
Staatscultus betrafen, immer den Namen ponmfew anaximua, ein Name, 
der sich sogar bis auf den heutigen Tag als oflicielle Bezeichnung des 
Oberhauptes der katholischen Christenheit erhalten hat. 
Wenn wir nun oben bemerkten, dal's der römische Brückenbau seine 
Vollendung sehr wesentlich dem Principe der Wölbung verdanke, so ist 
dies doch nicht so zu verstehen, als ob eben alle Brücken durchaus hätten 
gewölbt sein müssen. Denn ganz abgesehen von den Schiifsbrücken, die 
keine Ansprüche auf monumentale Geltung machen können, werden auch. 
feststehende Brücken aus Holz erwähnt, wie z. B. die älteste Brücke in 
Rom (pona sublicius) und die von Cäsar über den Rhein geschlagene, 
wogegen bei anderen eine Vereinigung des Steinbaues mit dem Holzbau 
stattgefunden hat. Dies letztere war unter anderen bei der prachtvollen 
Brücke der Fall, welche Trajan über die Donau schlug und welche aus 
zwanzig sehr starken Steinpfeilern bestand. Dieselben standen 170 Fufs 
von einander entfernt und wareniin bedeutender Höhe mit einer der 
Wölbung entsprechenden Bogenconstruction aus Holz überdeckt, von 
welcher die Abbildung dieser Brücke auf der Trajanssäule eine An- 
sehauung gewährt.  
Zur letzten Vollendung gelangt aber der Brückenbau allerdings bei 
solchen Anlagen, die ganz aus Stein bestanden und bei denen die Ueber- 
leitung der Strafse durch Bögen geschah, indem diese Construction bei 
gröfster Festigkeit zugleich die gröfste Freiheit gewährt, weitere OelTnungen 
Fi  365. zu überspannen, ohne (bei der 
Höhe des Bogens) den Raum 
 "n: darunter für die Sehiiifahrt un- 
yF-E   4  J  au a e eals er onsr 
'  einzugehen, wollen wir uns da- 
 5,3l  mit begnügen, einige Beispiele 
 hervorragender Brückenbauten, 
 und zwar nach der Zahl der 
dabei in Anwendung gekommenen 
Hauptbögen, anzuführen. In einem Bogen wölbt sich über den Flufs Fiora 
eine Brücke bei Volei, von der Fig. 365 eine Abbildung giebt und bei 
welcher sich zu dem einen Hauptbogen noch zwei kleinere, sogenannte 
26"
        

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