Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726080
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Römischer Brückenbau. 
Ponte di nona. 
zur Betrachtung der Brücken, in deren Herstellung die Römer noch mehr 
von den Griechen abgewichen sind. Die Kunst der Wölbung setzte sie in 
den Stand, die breitesten Ströme zu überbrücken, und die Kühnheit, mit 
der sie dies gethan, ist es, die einige dieser Bauwerke zu den grofsartig- 
sten und bewunderungswerthestcn Denkmälern des Alterthums erhebt. 
Knüpfen wir an den Wegebau als solchen an, so ist zunächst zu be- 
merken, dal's auch da, wo es sich nicht um die Ueberwölbung gröfserer 
Ströme handelte, die Natur des Bodens brückenartige Anlagen erfordern 
konnte. So führt, beim neunten alten Meilenstein von Rom, der Weg nach 
Gabii über eine breite Thalsenkung, in welcher nur während der feuchteren 
Jahreszeit ein schmaler Wasserarm sich sammelt, und trotzdem ist der 
Weg vermittelst einer Reihe von sieben Bögen über die Senkung geführt, 
wozu entweder der Wunsch führen konnte, die Communication in dem so 
durchschnittenen Terrain nicht zu behindern, oder technische Gründe, die 
es vielleicht räthlicher erscheinen liefsen, den Viaduct nicht aus einer 
blofsen Aufschüttung herzustellen. Der 285 Fufs lange Bau ist ganz aus 
Fiä 364. Quadersteinen von Peperin und 
 rothem tllulf errichtet, und scheint 
ggiiiiggäh" die geringe Harte des Materials 
  die Veranlassung gewesen zu sein, 
 die Pfeiler ziemlich stark, ihre 
  Abstände und somit die Span- 
 nung der gewölbten Bögen da- 
 .32 gegen nur geringe zu machen. 
 THJVVLIDTDW'ÄEQWENWIWVÄHJÄ   Aus der einfachen und soliden 
Bauart dieses Werkes, das jetzt 
unter dem Namen ponte di nona bekannt und noch im Gebrauch ist, 
vermuthet Hirt, dal's es vielleicht aus der Zeit des Cajus Gracchus stamme, 
der während seines Tribunats (124-121 v. Chr.) viele Wegebauten aus- 
fiihrte und von dem Plutarch (C. Gracchus c. III) ausdrücklich bemerkt, 
dal's er dabei nicht nur den Nutzen, sondern auch Gefälligkeit und Schön- 
heit (xoigiv mxt xoillog) im Auge gehabt habe. 
Wo es sich nun darum handelte, die gegenüber liegenden Ufer eines 
Stromes mit einander zu verbinden, mufste natürlich der Brückenbau eine 
erhöhte Bedeutung erhalten. Auch scheint man derartigen Verbindungen, 
als den wichtigsten Mitteln alles Verkehres, von jeher einen sogar reli- 
giösen Werth zugeschrieben zu haben. In der früheren Geschichte der 
Stadt Rom, deren Schicksal allerdings sehr wesentlich durch den Tiber- 
strom und dessen Ueberbrückung bedingt war, scheint der letzteren eine
        

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