Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725891
Die Umgebung der 
rqmischen Tempel. 
Sounentempel zu Heliopolis. 
383 
Weniger ausgedehnt, aber weder an Pracht, noch an Eigenthümlichkeit 
hinter dieser Anlage zurückstehend, waren die Höfe, die zu dem Sonnen- 
tempel von Heliopolis (dem heutigen Balbek) führten. Wir haben schon oben 
 66 unter Fig. 333 und 334 den einen der dortigen Haupttempel kennen 
gelernt. Der zweite, gröfsere und wahrscheinlich dem Jupiter als Sonnen- 
gott geweihte, war ein Peripteros mit zehn Säulen in der Front und 
neunzehn Säulen auf den Langseiten. Seine Breite beträgt 160 Fufs, die 
Länge, ohne Hinzurechnung der Treppen, etwa 300 Fufs. Nur die schönen 
korinthischen, im unteren Durchmesser 7 Fufs dicken Säulen des Um- 
gangs sind zu erkennen, die Cella des Tempels aber ist so zerstört, dafs 
sie nicht mehr mit Sicherheit restaurirt werden kann. Dagegen lassen sich 
die vor dem Tempel liegenden Höfe und das dazu gehörige Eingangs- 
 , ortal sehr wohl erkennen. Das 
Flg 345. letztere besteht (vgl. den Grundrifs 
     , Fig. 345, Mafsstab : 200 Fufs) 
 "  aus einer Halle von zwölf Säulen, 
  :   zu welcher eine grofse Freitreppe 
   l!" emporführte und deren drei pracht- 
Hmgfk"      i volle Pforten den Eingang zu dem 
ersten Hofe bildeten. Dieser Hof 
hat die höchst seltene Form eines Seehseckes. Der Seite des Einganges 
gegenüber liegt das zum zweiten Hofe führende Hauptportal, welches 
die ganze Seite einnimmt; die vier anderen Seiten sind durch offene Säle 
geziert, die sich durch Säulenhallen in den Hof öffnen und deren mit 
Nischen gezierte Wände und kunstvoll gewölbte Decken sich aus den 
Ueberresten vollständig wiederherstellen lassen. In ähnlicher Weise ist 
auch der darauf folgende zweite quadrate Hof angelegt, indem sich an drei 
seiner 400 Fufs langen Seiten ebenfalls offene Säle (ewedrae) anschliefsen, 
mit denen indefs halbkreisförmige Nischen abwechseln. Die Wände dieser 
Säle sind reich mit kleinen Nischen verziert, die zur Aufnahme von Statuen 
gedient haben mögen. Auf der vierten Seite, dem mit drei Eingängen 
versehenen Prachtportal gegenüber, erhebt sich die Fagade des Tempels, 
von dessen Anordnung wir schon oben gesprochen haben.  
Dies genüge für die Uinfassungsbauten und Höfe der Tempel, die 
zur Veranschaulichung des ursprünglichen Eindrucks von grofser Wichtig- 
keit sind und an die wir nur noch die Bemerkung anschliefsen wollen, 
dafs, wie in den bisherigen Beispielen die Tempelgebäude mit mehr oder 
weniger stattlichen Plätzen und Hallen umgeben waren, so auch wieder 
die für den öffentlichen Verkehr dienenden Plätze ihrerseits mit Tempeln
        

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