Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725865
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Die Umgebungen d: 
mischen Tempel. 
Venustempel 
zu Pompeji. 
mäfsigen offenen Platz, welcher rings von Mauern eingeschlossen ist, aber 
nach innen den Schmuck zusammenhängender Säulenhallen zeigt. Dasselbe 
findet, wenn auch in größerem Mafsstabe, bei dem sogenannten Venus- 
tempel zu Pompeji statt, der indefs von Anderen auch anders bezeichnet 
wird. Hier ist der Tempel ein Peripteros mit weit vorspringender Halle 
auf der vorderen Seite und in reichern korinthischen Styl errichtet, von 
einem säulengezierten Hofe umgeben, dessen Hallen auf den schmaleren 
Seiten aus neun, auf den längeren aus siebenzehn freistehenden korinthischen 
Säulen gebildet sind, während sich an die rechte Abschlufsmauer auch äufser- 
lich ein ähnlicher Porticus (Fig. 343a) von dorischen Säulen anschließt, 
welcher zu der Umgehung des Forum gehört. Die Ueberreste des Tempels 
wie des heiligen Hofes sind soweit erhalten, dal's von Mazois eine zuver- 
lässige Restauration versucht werden konnte, von welcher Fig. 343 (Mafs- 
Fig. 34a. 
stab I 24 Fufs) den Querdurchschnitt giebt. In schönem Verhältnifs über- 
ragt der Tempel, der nach der Eleganz der Formen, wie nach dem Reich- 
thum der Ausstattung zu den schönsten Gebäuden Pompeji's gerechnet 
werden mufs, die umgebenden Hallen. Vor der zum Stylobat emporfiih- 
renden Freitreppe erhebt sich, die Mitte des Vorraumes einnehmend, der 
einfache Opferaltar. Wie die Wände und Säulen des Tempels, so sind 
auch die des Peribolos reich und geschmackvoll bemalt, erstere in der 
Weise perspcctivischer Zimmerdecorationen, die sonst bei Tempeln nur 
selten vorkommen, bei Privatbauten aber, wie wir weiter unten zeigen 
werden, sehr häufig angewendet wurden. Noch ist zu bemerken, dafs an 
die Hinterwand des Peribolos sich eine Reihe kleiner Gemächer anschließt, 
die vielleicht zum Aufenthalt für die Priester gedient haben und deren 
Wände durch schöne iigürliche Darstellungen geziert sind. 
In Rom haben sich derartige Tempeleinfassungen nicht erhalten. Dafs 
sie auch hier üblich waren, haben wir schon in unserer Beschreibung des
        

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