Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725775
Der 
römische Rundtempel. 
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der Durchschnitt Fig. 336 zeigt, von reich cassettirten Tonnengewölben 
überdeckt, die mit dem halbkuppelförmigen Abschlufs der beiden Nischen 
in gefälligem Einklang stehen mufsten. Die Seitenwände waren durch 
Halbsäillen belebt, zwischen denen sich Nischen befanden, und zu diesem 
reichen Schmuck baulicher Gliederung ist noch der Glanz farbiger Marmor- 
tafeln zu rechnen, mit denen das Innere bekleidet war, während die Aufsen- 
seite ganz aus prokonnesischem Marmor bestand. Zu der ÖOO Fufs langen 
und 309 Fufs breiten Terrasse, auf welcher der Tempel stand, führten 
Stufen, deren Reste sich noch erhalten haben, von der Seite des Forum 
empor, während die beiden Langseiten keine Stufen hatten; Fragmente 
von Säulenschäften aus grauem Granit, welche man am Rande der Sub- 
struction gefunden hat, deuten darauf hin, dafs das Heiligthum von einem 
Porticus umgeben war. Der Tempel selbst lag auf einer besonderen Platt- 
form, welche sich innerhalb des Porticus um sechs bis sieben Stufen über 
die Oberfläche der Substruction erhob. 
67. .In den bisher angeführten Beispielen gewölbter Tempel sehlofs 
sich die Wölbung, in Form des sogenannten Tonnengewölbes, an die vier- 
eckige Grundform der Cella oder des Pronaos an. Eine andere, nicht 
minder wichtige Art der Wölbung findet nun ihre Anwendung bei Ge- 
bäuden von kreisrundem Grundrifs. Es ist dies die Form der kreisförmigen 
Kuppel, Welche nicht selten von den Römern angewendet und in einigen 
Fällen zu einer höchst bedeutsamen Wirkung gebracht werden ist. Schon 
in unserer Uebersicht der griechischen Architektur hatten wir Gelegenheit, 
der Rundtempel Erwähnung zu thun  14); jedoch konnten wir aufser 
einem entfernten Analogon derartiger Bauten, das man vielleicht im Denk- 
mal des liysikrates zu Athen (Fig. 151) erkennen möchte, kein anderes 
Beispiel für diese Form anführen, als die nur auf Vermuthungen beruhende 
Restauration des Philippcum zu Olympia (Fig. 36). Bei den Römern 
dagegen sind derartige Tempel sowohl der Zahl nach häufiger, als auch 
der Ausführung nach bedeutender gewesen, ja sie scheinen eine nicht 
unbeträchtliche Gattung der römischen Tempelgebäude ausgemacht zu 
haben und, nach einer Aeufserung des Servius (zu Aen. IX, 408), vor- 
zugsweise den Göttinnen Vesta und Diana, sowie dem Hercules und Mercur 
geweiht gewesen zu sein. Vitruv (IV, 7) führt zwei Arten derselben an, 
von denen er die erstere als Monopteros, die zweite als Peripteros be- 
zeichnet. Die der ersten Art bestanden aus einer Reihe in Kreisform an- 
geordneter Säulen, die auf einem gemeinsamen, mit einer Treppe verse- 
henen Unterbau (Stylobat) standen und vermittelst des auf ihnen ruhenden, 
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