Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725719
Der 
römische Tempel. 
Jupitertempel zu Pompeji. 
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mit sauberen in Relief gearbeiteten Verzierungen geschmückt ist, sowie auch 
die alten Giebel mit ihren schönen Kranzleisten erhalten sind. Das Innere 
des Tempels wird gegenwärtig als Museum der zahlreichen zu Nismes und 
in der Umgegend gefundenen Alterthümer benutzt. 
 Eine noch gröfsere Steigerung dieses 
F15" 33a dem römischen Tempel zu Grunde liegen- 
l den Principes zeigt der grofse Jupiter- 
 tempel zu Pompeji, der zugleich als eines 
.5;     der schönsten Beispiele dieser Gattung be- 
 Iv   trachtet werden kann. Hier nämlich ist, 
  wie aus dem Grundrifs Fig.33O (Mafsst: 
   24 PanFufs) und dem restaurirtenDurch- 
 f c f  schnitt Fig.331 hervorgeht, die Vorhalle 
  E  noch um eine Säulenstellung ausgedehnt, 
 indem dieselbe aus sechs Säulen in der 
 I"  Front und je vier Säulen an den Seiten 
Q Q besteht. Vor dieser im Grundrifs mit b be- 
Q 7' G) zeichneten Vorhalle befindet sich ein aus 
 einer Plateform und künstlich angelegten 
ü i'_ G) Treppen bestehenderVorbau  wodurch 
F  die Länge dieses ganzen vorderen Theils 
j ß ä fast der der zweiten, hinteren Hälfte des 
ß Tempels gleich gemacht wird, so dal's hier 
die schon oben angedeutete Beobachtung 
der vitruvischen Vorschriften für den toscanischen Tempel eintritt, denen 
überdies auch die Lage unseres Tempels von Norden nach Süden zu ent- 
sprechen scheint. Durch die somit im Mittelpunkte des ganzen Gebäudes 
liegende Thür tritt man in die Cella  an deren Seiten sich Gallerien 
von je acht ionischen Säulen ( befanden und vor deren Hinterwand 
sich eine Art Unterbau (d) mit drei kleinen Cellen erhebt. Die ionischen 
Säulen scheinen, wie dies der Durchschnitt Fig. 331 ergiebt, eine Gallerie 
von korinthischen Säulen getragen zu haben, zu denen eine Treppe in 
der Hinterwand der Cella (Fig. 33Oe) emporfiihrte. Der Unterbau (d) 
mag zur Aufnahme einer Statue gedient haben, deren Kopf im Charakter 
des Jupiter hier aufgefunden worden ist, die drei Cellen im Innern des- 
selben zur Aufbewahrung von Documenten oder Schätzen, wie diese nicht 
selten mit den heiligen Zwecken der Tempel vereinigt wurde. Die Wände 
der Cella waren, wie auch die aus Lava bestehenden Säulen der Vorhalle, 
reich bemalt, der Fufsboden mit Mosaik ausgelegt. Der Tempel selbst lag
        

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