Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725581
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Der Tempel der 
capitolinischen Gotthäiten zu Rom. 
Spitze des" capitolinischen" Hügels "aus, welche indefs", da sie weder die 
nöthige Ausdehnung, noch die erforderliche Ebene darbot, durch gewaltige 
Arbeiten erweitert und durch kolossale Substructionen gestützt" werden 
mufste. So wurde," entweder auf dem östlichen Gipfel dieses Hügels, wo 
heut die Kirche Araceli emporragt, oder auf dem westlichen, wo jetzt der 
Pallast Caifarelli steht, eine fast quadratische Area von etwa SÖO Fufs Um- 
fang hergestellt, die zur Aufnahme des Tempels bestimmt war. Das Unter- 
nehmen war indefs, sowohl was die erforderlichen Kräfte, als auch was 
die Kosten betraf, so außergewöhnlich, dafs Tarquinius Priscus noch nicht 
zum Bau des eigentlichen Tempels gelangte, "dieser vielmehr erst von seinem 
Nachkommen Tarquinius Superbus unter Herbeiziehung etruskischer Künstler 
der Vollendung näher gebracht werden konnte (nachdem nach Einigen auch 
Servius Tullius schon der Förderung des Baues sich unterzogen haben 
sollte). Aber auch diesem war es nicht vergönnt, die grofse Aufgabe zu 
Ende zu führen; das Nationalheiligthurndcs römischen Volkes sollte erst 
in denZeiten der Republik seine Vollendung und Weihe erhalten. Und 
zwar wird die letztere dem M. Horatius Pulvillus zugeschrieben, welcher im 
dritten Jahre der Republik mit P.Valerius Poplicola Consul war. In dieser 
ursprünglichen Form stand der Tempel 413 Jahre, bis er, gleichsam als 
sollte er alle Wendepunkte der römischen Geschichte an sich selber er- 
fahren, durch eine Feuersbrunst zerstört und von Sulla von Grund auf 
Fiä 325 neu erbaut wurde. Bei diesem 
" lliillallillmislilleiiiiif; V31?" aililf 
      thümlichen Bauweise, doch diesel- 
  1     ben Mafse und Grundverhältnisse 
 I   beibehalten, wie ausTacituäWorten 
  413;]? ' E nzisdem rursus vestigiis situm est" 
 i.  (hist. III, 72) hervorgehtl, so dafs 
- lil  15-7  Ü "l man versuchen konnte, aus der 
H    HI! Beschreibung desselben bei Dion  
   E]  t" sios von Halicarnafs (IV, p. 25.1. 
. 8 .260) die ursprüngliche Anlage des 
   tarquinischen Tempels wieder her- 
  d   zustellen. Von einer solchen Wie- 
H 30114146-1044311800 derherstellung (durch L. Canina) 
  1 Dieser Bau wurde während der Vitellianischen Unruhen ein Raub der Flammen und 
von Vespasian erneut, und als auch dieser Neubau durch eine Feuersbrunst zerstört wurde, 
war es Domitian, der den capitolinischen Tempel zum vierten Mal erneute und einweihle;
        

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