Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722224
sonst nur in seltenen Fällen die Namen der griechischen Heiligthümer mit 
Bestimmtheit nachgewiesen werden können. Der Tempel, von dem wenig 
 mehr als die Fundamente erhal- 
Fig'15' ten sind, der sich aber nach 
l diesen und einigen Fragmenten 
 vorgefundener Bauglieder von 
   pentelischem Marmor sehr be- 
O c  A  B w quem restauriren läfst'), zerfällt 
Q   ß in drei Theile, von denen die 
       CellaA und der Pronaos C ganz 
   so gebildet sind, wie wir dies 
schon an dem Tempel der The- 
i mis kennen gelernt haben. 
Jenseits der Hinterwand der Cella aber sehen wir nun die Seiten- 
mauern des Tempels verlängert und zwischen deren Anten zwei Säulen 
errichtet; so wird hier ein Raum gebildet B, der trotz etwaiger Ver- 
schiedenheit der Dimensionen vollkommen dem Pronaos oder Prodomos 
an der Eingangsseite entspricht und daher auch von den Griechen den 
Namen des Opisthodomos (dmoäddonog) erhalten hat. War der Pronaos 
die Vorhalle, so ist der Opisthodom die Hinterhalle des Tempels, die von 
den Römern ganz naturgemäfs auch als vPosticume bezeichnet wird. 
Diese Anordnung nun giebt uns Gelegenheit, uns die Bestimmung 
der so gewonnenen Räume vor und hinter der Tempeleella klar zu machen; 
denn dieselben sind nicht blos als zufällige Erweiterungen des Tempels 
zu betrachten, sondern sie haben  wie in dem griechischen Tempelbau 
die Rücksicht auf künstlerische Gestaltung mit der auf den Cultus stets 
Hand in Hand geht  auch eine bestimmte Bedeutung für den Gottes- 
dienst und dessen Gebräuche selbst. Die Oeffnung beider Räume deutet 
schon darauf hin, dafs es keine eigentlich heiligen, geweihten Orte Waren. 
Es waren vielmehr, wie Bötticher sehr richtig von dem Pronaos sagt: 
Schauräume. Der Pronaos, der die Eingangs- und gleichsam Vorbereitungs- 
halle des heiligen Raumes bildete, konnte nicht anders als demgemäfs aus- 
gestattet sein. Bildwerke und andere Verzierungen deuteten auf den Gott 
und seine Mythen hin, wie wir denn in dem Tempel der Themis die 
beiden Sessel als wahrscheinliche Sitze von Götterbildern schon kennen 
gelernt haben. Auch Geräth, das zu den Vorbereitungen für den Eintritt 
l) Dies war wenigstens zur Zeit der ersten Untersuchung der Fall. Jetzt sind die 
damals aufgefundenen Ruinen bis auf wenige fast ganz unkenntliche Reste verschwunden, 
resp. in die Häuser des unbedeutenden heutigen Eleusis verbaut.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.