Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725419
Das Opfer. 
Der 
panathenäische Festzug. 
335 
mehrfach Nike das Stieropfer vollziehen. Ebenso aber wie das Opferthier 
bekränzt zum Altar geführt wurde, wie die Körbe mit den sacralen Gerä- 
then, und diese selbst mit Zweigen und Kränzen geschmückt waren, trug 
auch der Opfernde den Kranz oder, was gleichbedeutend war, die Wollen- 
binde, als das unerliifslichc Zeichen der Gottesverehrung. Ueberall erscheint, 
wie Böttieher in seinem wBaumcultus der Hellenene sich ausdrückt, der 
Zweig und der Kranz als ein Zeichen der heiligen Weihe des Gegenstandes, 
an welchem er sich befindet, der Gemeinschaft der Person mit dem Gotte, 
dessen heiliges Reis sie trägt. Nur der Missethäter, den seine Handlungen 
der politischen Gemeinschaft entfremdet hatten, war durch den Verlust des 
Rechtes, den Kranz beim Opfern tragen zu dürfen, auch von der religiösen 
Gemeinschaft ausgeschlossen. Diese in allgemeinen Umrissen gegebene Be- 
Schreibung der Opferhandlungen möge hier genügen. Ein tieferes Eingehen 
aber auf die verschiedenen Arten derselben, wie solche mit der Eigen- 
thümlichkeit einzelner Gottheiten oder Localitäten im Zusammenhang stan- 
den, ferner auf die mit den eultlichen Handlungen eng verknüpften Wei- 
hungen, sowie auf die Opfermantik und die Orakel hier einzugehen, hielten 
wir aus dem Grunde für zu weitführend, weil, etwa mit Ausnahme einiger 
schwer zu erklärender Weihungen (z. B. Museo Borbon. Vol. V. Tav. 23), 
die Darstellungen auf griechischen Bildwerken sich hauptsächlich auf ein- 
fache Opferhandlungen, Schmückungen von Götterbildern und Darbrin- 
gungen von Opfergaben mannigfacher Art beschränken. Jene zahlreiche 
Gattung von Monumenten, welche die Todtenopfer umfassen, werden wir 
noch in dem nachfolgenden Abschnitte zu erwähnen Gelegenheit finden. 
Das grofsartige Basrelief aber, mit welchem Phidias' Meisterhand 
den Cellafries des Parthenon schmückte, veranlafst uns schliefslich, die 
glänzendste Seite der eultlichen Handlungen, die Festzüge, und hier 
speciell die an den grofsen Panathenäen von der ganzen Bevölkerung 
Athens veranstaltete Pompa zu berühren. Auf Theseus, als den Vereiniger 
der attischen Komen zu einer gemeinsamen Stadt, wurde die Einsetzung des 
panathenäisehen Verbrüderungsfestes zurückgeführt. Anfänglich nur durch 
Pferde- und Wagenrennen verherrlicht, wurden diesen in de? Zeit des 
Peisistratos gymnische Agonen hinzugesellt, mit welchen seit Perikles auch 
musische Wettkämpfe vereinigt wurden. Für die Aufführung dieser sämmt- 
liehen Agonen war in jedem dritten Jahre der Olympiaden die Zeit vom 
25. bis 27. Tage des Monats Hekatombäon bestimmt. Die Krone des 
Festes aber bildete der Festzug, welcher am 28. Tage dieses Monats durch 
die Strafsen der Stadt nach dem Sitze der Gottheit auf der Akropolis 
hinauf sich bewegte. Am Morgen dieses Tages versammelte? sich die
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.