Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722213
Gebälk erhebt sich an den beiden schmaleren Seiten der Tempel ein 
Giebel, d. h. ein durch die Anlage des schrägen Daches bedingtes drei- 
ackiges Feld, welches von einer Steinmauer gebildet und von einem Kranz- 
leisten oder Karniefs, ähnlich dem Geison des Gebälkes, 
Fl'14' begrenzt wird. Die Griechen nannten diesen Giebel 
  d) 3  02616; oder oiäzwpa, was vielleicht von der Aehnlichkeit 
 mit einem die Flügel ausbreitenden Adler herzuleiten ist. 
 Die von dem Kranzleisten umspannte innere Giebelfläche, 
gjx von den Griechen züprravov genannt, war gewöhnlich 
 mit Sculpturen verziert, wie wir solchen an mehreren 
 N ' der gröfseren griechischen Tempel begegnen werden. Die 
Firste des Daches, sowie die Ecken des Giebels waren 
bei den meisten Tempeln mit Verzierungen (äxgazrügiov) versehen, welche 
gewöhnlich, ähnlich den an Sarkophagen und Grabstelen vorkommenden 
Verzierungen, in Anthelnienform gebildet waren (Fig. 14). Statt ihrer aber 
schmückten nicht selten Postamente, bestimmt statuarischen Schmuck oder 
cultische Geräthe, wie Drcifüfse und Schalen, zu tragen, die Ecken des Aetos. 
6. Von dem templum in antis, den wir im vorigen  geschildert 
haben, kommt noch eine andere Art vor, die weder von den Griechen 
einen besonderen Namen erhalten zu haben scheint, noch auch von Vitruv, 
fiem wir die Uebersicht der verschiedenen griechischen Tempelformen ver- 
danken, als besondere Gattung aufgeführt wird. Und doch verdient auch 
iiese Form eine besondere Aufmerksamkeit, indem sie die streng gedanken- 
aiiifsige Entwickelung bekundet, die auch auf diesem Gebiete von den 
Sriechen befolgt worden ist. 
Nachdem man nämlich auf der einen Schmalseite des Tempels die 
Vlauer durch Säulen ersetzt hatte, lag es sehr nahe, dasselbe auch auf 
1er anderen Seite zu thun. Ja bei dem Werth, welchen die Griechen 
zu jeder Zeit auf Gleichmäßigkeit und Symmetrie legten und auf den 
wir bei Gelegenheit einer anderen Tempelform noch einmal zurückkommen 
werden, mufste man, wenn auch ganz unwillkürlich, aber doch mit einer 
gewissen Nothwendigkeit auf eine solche Anlage geführt werden. 
Ein schönes Beispiel fiir diese Form des Antentempels ist uns in 
einem zu Eleusis aufgefundenen Tempel bekannt geworden, von dem Fig. 15 
len Grundrifs giebt. Derselbe war der Artemis Propylaea gewidmet, und 
lie Lage der Ruinen, dicht bei den Propyläen des heiligen Tempelbezirks 
'0I1 ElWSlS, setzt es aufser allem Zweifel, dal's es wirklich der von Pau-
        

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