Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722208
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Templum in antis. 
Doxisches Gebälk. 
findet man sich in dem Pronaos B, an dessen Hinterwand sich zwei aus 
Stein gearbeitete Sessel cc befinden, von denen, wie die auf ihnen be- 
findlichen Inschriften aussagen, der eine der Nemesis, der andere der 
Themis geweiht gewesen ist (vgl. Fig. 13). Vielleicht haben sie ursprüng- 
lich die Statuen dieser Gottheiten zu tragen gehabt; wenigstens ist die 
Statue einer Göttin von alterthümlichem Styl in dem Pronaos aufgefunden 
worden. Der Tempel ist nur klein und steht in einer ganz unregelmäßigen 
Stellung neben einem größeren, welchen man gewöhnlich als den der 
Nemesis betrachtet. Dies nämlich war die von den Einwohnern von  
Rhamnus vorzugsweise verehrte Gottheit, und die innere Verwandtschaft 
derselben mit der Themis, der Göttin der Gerechtigkeit, deren Verletzungen 
die Nemesis zu rächen hat, erklärt das nahe Beieinanderstehen der Tempel; 
die unregelmäßige Stellung derselben aber zu einander findet darin seine 
Fig 13_ Erklälxgaung, dafs sie nicht aus einer und 
2x]!  derse en Zeit herrühren, der Tem el der 
 Themis vielmehr älter zu sein schldint. 
Den Aufrifs der Faeade, woran wir 
 uns die weiteren Eigenthümlichkeiten der 
 L1:  lTill    dorischen Bauweise vergegenwärtigen kön- 
1M .1  i, rlilililillli  .   
    i  nen, zeigt Fug. 13. Wir sehen zunaehst, 
 lä!      dal's der Tempel auf einigen Stufen ruht, 
  "lii   i,  wie dies eine allgemeine Sitte der Griechen 
     {frg lt i   war. Die Säulen, von derselben dorischen 
illil Sie    '  Art, wie die im vorigen ä beschriebenen, 
Jluulttüuluumtuulttmlumnmunmmunltnmumulummutmixlwwmiu 
 tragen nebst den beiden Antenpfeilcrn den 
Höhenabschlufs des ganzen Gebäudes, den man mit dem Namen des Ge- 
bälkes zu bezeichnen pflegt. Das Gebälk des dorischen Tempels zerfällt 
in drei Theile: Architrav, Fries und Kranzgesimse. Der Architrav besteht 
aus vierkantigen, glatt behauenen Steinbalken, welche von Säule zu Säule 
gelegt (daher der griechische Name ämrnzlltov vauf den Säulenß) und 
gleichmäßig auch über die Tempelmauer fortgeführt werden. Darauf folgt 
ein zweiter Streifen von ähnlicher Beschaffenheit, nur dal's hier gewisse 
vorspringende und durch verticale Streifen gezierte Theile, Triglyphen 
(Iqiylvtpog), mit viereckigen Feldern abwechseln, welche von den Griechen 
Mctopen genannt und gewöhnlich mit bildlichem Schmuck, d. h. mit Re- 
liefs, geschmückt wurden. Nach diesen Figuren (C601) nannten die Griechen 
diesen Theil des Gebälkes Cmcpögog. Den Abschlufs des Gebäikes bildet 
das Kranzgesirnse, von den Griechen yeidov genannt, und von einem stark 
hervortretenden, schräg unterschnittenen Balken gebildet. Ueber diesem
        

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