Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725212
Das Sy1 
1posion. 
Gaukler. 
Brett- 
und Würfelspiele. 
315 
Beinkleidern bekleidete Gauklerin in ähnlicher Stellung, wie auf dem 
ersten Bilde, aus einem vor ihr stehenden Krater einen Kantharos, den sie 
mit den Zehen des linken Fufses beim Henkel ergrilfen hat, indem sie 
mit den Zehen des anderen Fufses den Stiel des zum Einsehöpfen be- 
stimmten Kyathos festhält. Eine vor ihr sitzende weibliche Figur, vielleicht 
die Directrice der Gauklergesellschaft, führt wäh- 
Fig-3O5- rend dessen mit drei Bällen ein Ballspiel aus, an 
welchem sich möglicherweise auch noch die wein- 
schöpfende Künstlerin betheiligte.  Das dritte Bild 
z,  g M endlich (Fig. 305) zeigt uns wiederum eine weib- 
 liche Figur, welche, die Zehen als Finger be- 
ää X.  nutzend, in einer ziemlich unbequemen Stellung 
i) q einen Pfeil vom Bogen schnellt. 
   Zu den geselligen Spielen, welche während des 
Symposion von den Trinkern zur Kurzweil ange- 
stellt Wurden, gehörten, aufser dem sehr complicirten Kottabos, noch die 
Brett- und Würfelspiele. Schon im Homer erscheint ein Brettspiel (nszzaia), 
als dessen Eründer Palamedes bezeichnet wird; jede nähere Kunde über die 
Art dieses Spiels fehlt uns jedoch. Ebensowenig können wir uns von einer 
anderen Art der Petteia, bei welcher auf einer durch fünf Linien getheilten 
Tafel die Spieler mit je fünf Steinchen (zpwjqaot) gegeneinander operirten, 
eine klare Vorstellung machen. Unserem Schach- oder Damenspiel ähnlich 
scheint aber das sogenannte Städtespiel (nölstg neigen!) gewesen zu sein, 
bei dem auf einem in Felder (näht; oder zeigen) getheilten Brett durch 
geschickte Züge mit den Steinen der Gegner _matt gemacht wurde. Im 
Gegensatz zu diesem die Sammlung geistiger Kräfte in Anspruch nehmen- 
den Spiele stand "das der Stimmung der Trinker wohl mehr zusagende 
Hazardiren mit den Würfeln und Astragalen. Das Würfelspiel (xzißoo, 
xvßsia, xvßsvrojgta, tesserae) wurde anfangs mit drei, später mit zwei 
Würfeln gespielt, welche auf den parallel laufenden Flächen die Augen 
1 und 6, 2 und 5, 3 und 4 zeigten und zur Vermeidung des Betruges 
aus besonders für diesen Zweck construirten Bechern (mjgyog, tura-icula) 
geworfen wurden. Jeder Wurf hatte seinen Namen, deren 64 bei den 
Grammatikern erhalten sind. So hiefs der glücklichste WVurf, bei dem 
jeder der drei Würfel sechs Augen (195; 23) zeigte, der Aphrodite- oder 
Venus-Wurf, der schlechteste hingegen, bei dem die drei Einsen nach 
oben gekehrt waren, der Hunds- oder Wein-Wurf (xziaw, ofuog oder 
auch egal"; xüßot). Für die andere Art des Würfelspiels bediente man 
sich der Astragalen (ädrgoiyaloe, tale"), länglicher, aus Thierknöcheln
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.