Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725168
Diese unter Anstimmung eines Lobgesanges und dem Klange der Flöte 
vollzogene Libation sollte dem Symposien gleichsam den Stempel der Weihe 
aufdrücken. 
Der darauf folgende Nachtisch, im Gegensatz zu den rrgözon 190i- 
rrsZat, der eigentlichen Mahlzeit oder dem dsimlov, gewöhnlich dsüzsgao 
TQQITFSCm oder zgayojnarre, später auch ämdögmoe, ämdogrridztazoz, Äm- 
dägrraoa zQzirraCao, ärridetnva, ämdunvideg, ämqwogofnaza, ärraixlza, yw- 
yozlaünaza etc. genannt, bestand im Altcrthum so ziemlich aus denselben 
Speisen, welche noch heutzutage den Nachtisch eines wohlausgestatteten 
Gastmahls bilden. Namentlich wurden den Gästen pikante, die Neigung 
zum Trinken reizende Speisen vorgesetzt, unter denen verschiedene Käse- 
arten, vorzüglich die sicilianisehen und die aus der Stadt Tromileia in 
Aehaia stammenden, sowie mit Salz bestreute Kuchen (äninadra) die erste 
Stelle einnahmen. Aufserdem gehörten getrocknete Feigen aus Attika und 
Rhodos, Oliven, Datteln aus Syrien und Aegypten, Mandeln, Melonen etc., 
sowie mit Gewürzen vermischtes Salz zu einem wohlhcsetzten Nachtisch. 
Manche dieser Näsehereien, wie namentlich verschiedene Fruchtarten und 
die stereotypen, pyramidalisch gestalteten, attischen Kuchen lassen sich mit 
Leichtigkeit unter den Speisen erkennen, welche auf bildlichen Darstellungen 
die vor den Zechehden stehenden Tischchen bedecken. Mit dem Auftragen 
des Nachtisches begann auch das Trinkgelagc; denn es herrschte weder 
in früherer noch in späterer Zeit die Sitte, schon während der Hauptmahl- 
zeit zu trinken. War nun auch der Genufs des ungemischten Weines 
(äxgarov) bei den Griechen nicht so streng verpönt, wie bei den Bewoh- 
nern des unteritalischen Lokri, denen des Zaleukos strenges Gesetz das 
Trinken des reinen Weines bei Todesstrafe untersagte, so war es doch in 
Griechenland ein allgemeiner, von Alters her schon eingeführter Brauch, 
den Wein nur mit Wasser vermischt zu trinken. Die Beobachtung dieser 
diätetischen Mafsregel, welche nicht allein durch die grofse Quantität des 
schon im Altcrthum in den Ländern des Mittelmeeres erzeugten Weines 
bedingt war und den gemeinen Mann auf den Genufs dieses Getränkes 
gleichsam anwies, sondern auch durch die Qualität der feurigen, in der 
Gluth der südlichen Sonne gereiften Trauben nothwendig wurde, war eine 
so allgemeine, dafs das Trinken ungemischten Weines als eine Sitte der 
Barbaren bezeichnet wurde und eigentliche Trunksucht nur ausnahmsweise 
unter den Griechen vorkam, wogegen der Rausch zu den gewöhnlichen 
Erscheinungen bei den Symposien gehörte; die strengen, dorischen Sitten 
in Sparta und Kreta vcrbannten deshalb auch diese Gelage gänzlich von 
den Mahlzeiten. Mit warmem oder kaltem Wasser wurde der Wein gemischt
        

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