Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725118
zu sein. Falsch jedesfalls ist aber die Ansicht derer, welche in den Hy- 
pozomen hölzerne Umgiirtungen oder Seitenplankcn erkennen wollen, da 
dieser Annahme die schriftlichen Zeugnisse des Alterthums entgegenstehen, 
und ein kleines Bronzefragment, den Vordertheil eines Kriegsschilfes darstel- 
lend, in dem König]. Antiquarium zu Berlin (No. 324) deutlich die horizon- 
tale Gürtung durch Taue erkennen läfst. Uebrigens sollen nach einer Notiz 
in Smithls obenerwähntem Buche in der Neuzeit bei Schiffen der englischen 
Flotte, welche durch Stürme auf offener See hart mitgenommen waren, 
Quergiirtungen mehrfach mit Erfolg angewendet werden sein.  Zur Auf- 
bewahrung aller dieser, sowie aller zum Schiffsbau nöthigen Geräthschaften, 
ingleichen zur Unterbringung der nicht in Dienst stehenden Schiffe, dienten 
Zeughäuser (oxsvoäwjxoy) und Sehiffshäilser (vsaioorxog), welche innerhalb 
der Häfen längs der Werfte (vsaigm) erbaut waren. Jedes dieser Schiffs- 
häuser, deren z. B. Athen gegen 400, Kyzikos über 200 zählte, nicht 
zu gedenken der berühmten leläfen von Rhodos und Korinth, fafste ge- 
wöhnlich nur ein Fahrzeug, einige jedoch, wie die im Hafen von Syrakus, 
deren zwei. 
Da das römische Schilf in seiner Construction dem griechischen we- 
sentlich glich, so sollen, um eine unnöthige Trennung des Stoifes zu ver- 
meiden, hier gleich einige Bemerkungen über die Schiffe der Römer ihre 
Stelle linden, zu welchem Zwecke bereits oben neben den griechischen 
Benennungen der einzelnen Schilfstheile die lateinischen Bezeichnungen bei- 
gefügt worden sind. So lange die römischen YVaIfen nur gegen die Völker 
der italischen Halbinsel gerichtet waren, beschränkte sich die Marine der 
Römer wohl nur auf Langboote (camlices, naves caudicariae) [zur Be- 
fahrung der kleinen Flüfse Italiens, sowie auf eine F lotille von bewalfncten 
flachen Küstenfahrern zur Vermittelnng des Verkehrs der Uferstaaten und 
zur Vertheidigung der lsläfen. Für weitere Fahrten auf hoher See, sowie 
für den Seekrieg war jedesfalls die Flotte der Römer vor dem Beginn der 
punischen Kriege durchaus ungeeignet. Erst die Nothwcndigkeit, einem ZIIP 
See so gefürchteten Gegner, wie den Karthagern, die Spitze bieten und 
den Feind in seinem eigenen Lager angreifen zu können, schuf eine rö- 
mische Kriegsmarine. Nach dem Muster einer an der bruttischen Küste 
gestrandeten punischen Penterc entstand in der kurzen Zeit von ZWCi 
Monaten eine Marine von 130 Penteren und Trieren, die, wenn auch 
anfangs roh gezimmert und mit in der Eile an Gerüsten auf dem Lande 
eingeübten Matrosen bemannt, den Grund zur römischen Secmacht legte. 
So sehen wir neben den niedrigen flacheren Kriegsfahrzeugen eine Flotte 
von Triremen, Quadriremen und Quinqueremen entstehen, welche sämmt- 
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