Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725095
Das Schiff: Vorder- 
und Hintertheil, 
Anker. 
303 
war der Sitz des Steuermannes, dessen Cabine unterhalb der Krümmung 
des Aplustre, etwas höher gelegen als die Köpfe der obersten Ruderreihe, 
angebracht war. Die Schiifsspitze dagegen (ngaiga, prom, Oder auch 
näzamov, frons) lag niedriger als der Hintertheil. Der Kielbalkexr war 
hier unterhalb der Wasserfläehe über den Rumpf hinaus verlängert und 
vorn mit zwei oder drei eisernen Spitzen bewehrt (änßolög, rostrzwn), 
welche den Zweck hatten, bei einem Zusammenstofs mit einem feindlichen 
Schiffe dasselbe leck zu machen (vgl. die Reliefdarstellungen zweier Trieren 
im Museo Borhon. T. III. Tav. 44; eine Silbermünze von Leukas, Bronze- 
münzen Caesar's etc.). Oberhalb des Wassers aber liefen die Seitenwände 
des Schiffes gleichfalls in einen mit Bildwerken verzierten massiven Knauf 
(äxgodzöltov) aus (Fig. 294). Auf dem F ig. 295 abgebildeten geschnittenen 
Steine, welcher die Verlockung des Odysseus durch die Sirenen darstellt, 
hat das Akrostolion die Form des von den alten Autoren mehrfach er- 
wähnten Gänsehalses (xqvioxog), mit welchem aber auch, wie aus dem 
auf dem Grabmal der Navoleia Tyche abgebildeten Schiffe hervorgeht, die 
Prymna geschmückt sein konnte. Wie bei vielen unserer Schiffe, trugen 
auch die antiken an dem vorderen Theilc des Rumpfes ein besonderes, 
wohl in Holz geschnitztes Sinnbild (nozgoirrqpov), nach welchem häufig das 
Fahrzeug benannt wurde. Diesen Zweck hatte unstreitig jenes in Fig. 294 
am Schiifsrumpf angebrachte Krokodil, sowie der Gorgonenkopf auf der 
Reliefdarstellung einer Triere im Museo Borhon. (T. III. Tav. 44). Auf 
dem Schilfshintertheil aber befand sich das Bild derjenigen Gottheit  
ptstov," tutela naviwzz), deren Schutz das Schiff anvertraut war. So war 
für die attischen Schiffe das Bild der Athene das oizuxöv dqpsfov. Die 
Namen der Schiffe, wenigstens der attischen, deren Verzeichnisse uns in- 
schriftlich erhalten sind (Böckh, Urkunden über das Seewesen. S. 48 Hi), 
waren sämmtlich weiblich. 
Was das eigentliche Schilfsgeräth, nämlich das hölzerne (owsüq 212'- 
Ätva) und hängende, einschliefslich der Stricke (dieser; xgsptudtoi), betrifft, 
so haben wir schon oben von den Rudern, den Steuerrudern, sowie von 
den Masten mit ihren Segeln gesprochen. Von den anderen, für die Aus- 
rüstung der Schiffe nothwendigen Geräthen Wollen wir hier nur diejenigen 
anführen, die auf antiken Monumenten abgebildet erscheinen. Den Anker 
(oiyuüga, ancora) vertraten in ältesten Zeiten Sandsäcke oder mit Steinen 
gefüllte 'Körbe. Später kamen hölzerne und eiserne Anker in Gebrauch, 
die in ihrer vervollkommneten Form den Ankern der Neuzeit gleichen. 
Die Veränderungen ihrer Formen lassen sich am besten auf altitalischen 
Münzen verfolgen. So erscheint auf den älteren Münzen von Tuder
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.