Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725074
alten Welt', Welchen Ptolemaios Philopator erbauen liefs und der, mit 
vierzig Ruderreihen übereinander ausgerüstet, eine Länge von 420 Fufs 
und eine Breite von 57 Fufs hatte, da es nicht wohl begreiflich ist, wie 
selbst mehrere Männer im Stande gewesen waren, die Ruder der obersten 
Reihen zu regieren.  Höchst wichtig war liir die regelmäfsige Bewegung 
des Schiffes der gleichmäßige Ruderschlag. Zu diesem Zwecke befand 
sich auf den gröfseren Fahrzeugen entweder ein Keleustes (xslevdtvfg, 
pausarizes), welcher mit einem monotonen Gesange (xälevoua) den Tact 
für die Rudersehläge angab, oder ein Flötenspieler (rgzqoazilqg), welcher 
mit den rhythmischen Tönen seines Instrumentes das schnellere oder lang- 
samere Einfallen der Ruder leitete. 
Die Ausrüstung der SchilIe mit Masten und Segeln war, wie aus 
den schriftlichen und bildlichen Zeugnissen hervorgeht, eine bei weitem 
einfachere, als auf den Segelschiden der Neuzeit. Da die Hauptkraft der 
Fortbewegung der Schilfe im Gebrauch der Ruder bestand, so konnte die 
Benutzung des Windes durch Aufspannen von Segeln, ähnlich wie auf 
unseren Dampfschilfen, nur eine subsidiäre sein. Ein viereckiges Segel, 
welches an einer aus einem oder mehreren Stücken zusammengesetzten 
Raae (xsgomx) durch Flaschenzüge (rgoguliaz, zgoxqliaa) und Taue (rorzeia) 
aufgerollt und herabgelassen werden konnte, war an dem in derMitte 
des Schiffes befindlichen I-lauptmast (iozög piyoeg, xai ywjmog, analus) be- 
festigt. Trieren und gröfsere Fahrzeuge führten einen zweiten kleineren 
sogenannten Foclcmast (2016; oixoizezog), dessen Raae mit einem kleineren 
Segel beschlagen warf Oberhalb dieser beiden Segel wurde an beiden 
Masten häufig noch ein zweites kleineres Segel angebracht, in welchem 
Falle die Segel des Hauptmastes als 50'110: psyoila, die des Fockmastes als 
iozia oixdrua bezeichnet werden. Der Artemon (oigzäuwv, supparum), 
über dessen Bedeutung und Stellung vielfache Conjecturen aufgestellt wor- 
den sind, war nach Smith's Untersuchung ein an der Prora des Schilfes 
angebrachtes Bramsegel und bestimmt, das Schilf herumzulenken; denn. 
wenn auch das grofse Segel des Hauptmastes genügt hätte, den Kopf des 
SchilTes gegen den Wind umzudrehen, so war doch, sollte das Schilf keine 
rückgängige Bewegung machen, der Artcmon unentbehrlich, um das Fahr- 
zeug ganz herumzubringen. Um die Segel haltbarer zu machen, Wurden 
ihre Kanten mit Leder eingefafst, und aufserdem Seile gitterartig in die- 
selben eingenäht, wodurch, wenn der,Sturm das Segel an einer Stelle 
zerrifs, die Beschädigung auf einzelne Quarres beschränkt blieb. 
 1 Der Rumpf des in England erbauten Leviathan (Great Eastern) mifst 680 Fufs 
in der Länge und 83 Fufs in der Breite. 
        

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