Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722185
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Korinthische 
Säule. 
drische Form, wie bei der dorischen Säule, nur hat derselbe eine gerin- 
gere Verjüngung, und auch die Cannelirung unterscheidet sich von der 
dorischen dadurch, dal's die vertieften Theile stärker ausgehöhlt sind und 
zwischen denselben schmale Flächen, die s. g. Stege sich beiinden. Das 
Capitell endlich zeigt statt der einfachen und strengen Bildung einen 
gröfseren Reichthum und eine gröfsere Eleganz der Formen. Der Hals 
ist mit Sculpturarbeit geziert, der Echinus Weniger stark hervortretend 
gebildet und mit einer sculpirten Verzierung  dem s. g. Eierstab  ver- 
sehen. Den reichsten und auffallendsten Theil des ionischen Capitells aber 
bildet ein mit dem Abacus des dorischen zu vergleichender Körper, welcher 
gleichsam unter der Wucht des auf ihm lastenden Architravs sich in elasti- 
scher Schwellung über den Echinus herabsenkt; an der vorderen und hin- 
teren Seite zeigt derselbe eine doppelte spiralförmige Verzierung, die man 
mit dem Namen der Voluten zu bezeichnen pflegt; an den Seiten bildet 
er eine Form, die von den Römern pulvinar  Polster  genannt wurde. 
Ueber diesem Körper liegt eine kleine, ebenfalls mit Sculpturen verzierte 
Deckplatte, welche zur unmittelbaren Aufnahme des darüber ruhenden 
Gebälkes bestimmt ist. Fig. 9 stellt eine einfache ionische Säule dar, die 
zu dem jetzt verschwundenen Tempel am Ilissos zu Athen gehörte; Fig. 10 
ein reiches Capitell vom Erechtheion in Athen. 
Die dritte oder korinthische Säulenordnung, deren selbstständige Ausbil- 
duug aber erst derspätgriechischen Kunst angehörte, schliefst sich in der Ge- 
staltung der Basis und des cannelirten Säulenschaftes wesentlich der ionischen 
Fig. l 1. Ordnung an. Das Capitell hin- 
 gegen erhalt oberhalb des Rund- 
Ii-  i stabes die Form eines geöifneten, 
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