Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725029
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Das Schiff : 
Entstehung größerer Schiffe. 
chischen Festlandes, der stets wachsende Verkehr der volkreiehen Inseln, 
sowie das schnelle Aufblühen der griechischen Colonien in Kleinasien und 
Unteritalien machten eine Verbesserung und Umgestaltung der Verkehrsmittel 
nothwendig. Dazu kam, dal's die steten Feindseligkeiten griechischer Staaten 
unter sich, sowie die Angrille barbarischer Völker die Erfindung von Kriegs- 
fahrzeugen hervorrufen mufsten, welche geeignet waren, theils die Küsten 
gegen einen Angriff zu sichern, theils dem Feinde in ollener Seeschlacht 
zu begegnen. Das homerische Schilf, wahrscheinlich nicht viel mehr als 
ein Transportschill und durchaus untauglich zum Seegefecht, wurde nach 
den Perserkriegen durch gröfsere für den Kriegsdienst geeignete Fahrzeuge 
verdrängt. Damals entstanden neben den flachen Sehilfen, welche je nach 
der Zahl der auf beiden Seiten sitzenden Ruderer eixödogoi, rgaaxövrogoi, 
nsvmyxöurogoi (F ig. 291) und äxazdvzogoi genannt wurden, höher gebaute 
Fig. 291. 
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I I Illrß. 
Fahrzeuge, in welchen die Ruderer in zwei und mehreren Reihen über- 
einander safsen, über deren Anordnung weiter unten gesprochen werden 
soll. Seit der Zeit des peloponnesischen Krieges bestanden die Kriegsflotten 
fast nur aus Trieren (zgnjgqg, trirenzis). Schiffe mit mehr als drei Ruder- 
reihen übereinander, nämlich Tetreren (rsrgvjgqg, quadrirmnis), und Pen- 
teren (zrsvroigqg, quinquerenzis) wurden zuerst von Dionysios 1., dem Ty- 
rannen von Syrakus, nach karthagischem Muster erbaut, von Dionysios lI. 
auch schon Hexeren. Diese grofsen Schiffe kamen seit der Zeit Alexan- 
der's des Grofsen für den Kriegsdienst allgemein in Gebrauch. Man 
ging sogar über die Zahl von sechs Ruderreihcn hinaus und erbaute Schilfe 
von zwölf und mehr Ruderreihen, deren Brauchbarkeit und Schnellig- 
keit Staunen erregte. So kämpften in der Schlacht'bei Actium Schiffe 
mit zehn Reihen, und Demetrios Poliorketes führte Schiffe von fünfzehn 
und sechszehn Reihen, deren Kampftiichtigkeit von den alten Autoren ver- 
bürgt wird. Prachtschiffe, für den Seedienst jedoch wohl untauglich, waren 
jene beiden Kolosse, welche Hieron von Syrakus und Ptolemaios Philopator, 
ersterer mit zwanzig, letzterer mit vierzig Ruderreihen, erbauen liefs. 
Der Hauptunterschied des antiken Schiifes von dem der Neuzeit be- 
steht zunächst in der verschiedenen Construetion des Kiels. Während bei 
unseren Schiffen die Construction des Hintertheils des Schiffes von der des
        

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