Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-725002
die erlittene Niederlage in ersparen, war das Siegesdenkmal nur das mo- 
mentane Zeichen einer Anerkennung, welches die siegreiche Partei für sich 
beanspruchte, und nicht selten wurde bei einem zweifelhaften Ausgang der 
Schlacht dasselbe von den Zuriickweichenden, wenn diese sich nicht für he- 
siegt erklärten, wieder umgestürzt. Ein Baumstumpf, an welchem eine voll- 
ständige Armatur aufgehängt und um dessen F ufs mannigfache Beutestücke 
aufgehäuft wurden, bildete das 'l'ropai0n, dessen Form uns die Reversseite 
Fig. 289. einer Münze vergegenwärtigt, welche von dem Gesammt- 
staat der Böotier wahrscheinlich auf einen, uns freilich 
ß 6x unbekannten Sieg, geschlagen worden ist (Fig. 289). 
  g i Daheim aber wurde die Erinnerung an die Siege und 
i   die siegreichen Feldherren durch Weihgeschenlce, Mo- 
  XX  numente und Inschriften dauernd wach erhalten, frei- 
 lich bei den Griechen nicht in der prahlerischen Weise, 
mit der die römischen Kaiser ihre Kriegsthaten zu verherrlichen pflegten. 
55. Unseren Betrachtungen über den griechischen Kriegswagen und 
die Transportmittel zu Lande reihen wir in dem nachstehenden Abschnitte 
einige Bemerkungen über die Kriegsfahrzeuge, sowie über den Bau der- 
jenigen Schiffe an, welche den überseeischen Verkehr der Völker des 
Alterthums vermittelten. Ungemein schwierig ist es jedesfalls, ein klares 
Bild von der Einrichtung der antiken Schiffe zu entwerfen, da die monu- 
mentalen Zeugnisse des Alterthums, so vielfach sie auch sonst das Ver- 
ständnifs der alten Autoren erleichtern, durch die Mangelhaftigkeit ihrer 
Darstellungsweise in Bezug auf die Schiffe eher geeignet sind, die Vor- 
stellungen, welche wir aus den Worten der Autoren gewinnen, zu ver- 
wirren, als eine richtige Anschauung zu gewähren. Freilich begegnen wir 
bildlichen Darstellungen antiker Schiffe mehrfach auf Basreliefs, Vasen- 
und Wandgemälden, sowie auf Münzen, doch beeinträchtigt hier der Mangel 
jeglicher Perspective in der Zeichnung, dort die Kleinheit oder die neben- 
sächliche Behandlung gerade derjenigen Gegenstände, welche einer gröfseren 
Deutlichkeit bedurften, fast jedes genauere Verständnifs.  Ueber die Ge- 
nesis des Sehiflsbaues seit den ältesten Zeiten, wo die Menschen sich in 
ausgehöhlten Baumstämmen oder auf einfachen Flöfsen den Wellen anver- 
trauten, hier zu sprechen, liegt aufser unserer Aufgabe. Wie bei allen 
Erfindungen reicht auch die erste Entwickelung der Schiffsbaukunst in 
die vorhistorische Zeit hinauf, und Götter und Heroön bezeichnet die Sage 
als die ersten Erfinder der Schiffsgeräthe. So erscheint auf einem Bas- 
relief im britischen Museum (Fig. 290) Athene als Leiterin des Baues der
        

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