Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724958
eines Schleuderers (Fig. 285), während auf römischen Denkmälern diese 
Walfe mehrfach vorkommt (vergl. ä 107). Schleuderkugeln von der Gröfse 
eines Hühnereies, mit griechischen Inschriftstempeln versehen, hat man in 
der marathonischen Ebene und in Sicilien gefunden. 
Charakteristisch für die Kämpfe in der heroischen Zeit war der Streit- 
Wagen, auf welchem der Führer und Vorkämpfer (nagaßdrqg), neben dem 
Rosselenker (fyvioxog) stehend, den Schlachtlinien voraneilte und ebenbürtige 
und gleichgerüstete Gegner zum Zweikampf herausforderte. Mit der Ein- 
liihrung einer neueren Kriegsführung aber, in der weniger die persönliche 
Tapferkeit der Feldherrn, als ihre Geschicklichkeit in der Anführung der 
Truppen zur Geltung kam, verschwand der Streitwagen von dem Schlacht- 
felde und. erhielt sich in seiner altherkömmlichen Form nur noch auf der 
Rennbahn. Die Schilderung deslhomerischen Kriegswagens wird mithin 
im Allgemeinen auch auf den bei den öffentlichen Spielen gebrauchten 
Wagen der historischen Zeit passen. Leider begegnen wir aber auch 
hier wieder dem Uebelstande, dafs, trotz der zahllosen Monumente mit 
Darstellungen von Streitwagen, so manche Hauptfragen, wie z. B. über 
die Anschirrung der Rosse, nicht völlig gelöst werden können. Der 
Streitwagen hiefs, insofern darunter sämmtliche zu einem Ganzen verbun- 
dene Whgentheile verstanden wurden, ägya, während durch die Bezeich- 
nung Öirpgog ein Theil desselben, nämlich der Wagcnkasten, für das Ganze 
gesetzt wurde. Der VViIgCIIlKIISlLCII ruhte auf zwei durch die Achse ver- 
bundenen Rädern (rgöxoz, xüxla), welche den geringen Durchmesser 
von etwa 30 Zoll wohl aus dem Grunde hatten, um das Umfallen des 
Wagens auf unebnem Terrain, namentlich auf dem Schlachtfeldc, wo der 
Weg über Walfentrümmer und Leichen führte, zu verhüten. Die Achse 
(ofäwv) mafs etwa 7 Fufs; rechnet man nun auf die Länge jeder Radnabe 
einen Fufs, so bleibt für den Wagcnkasten eine Breite von etwa 5 Fufs, 
hinreichend grofs also, um dem Kämpfer freien Spielraum für seine Be- 
wegungen zu geben, welche er behufs des Angreifens oder zu seiner und 
des Rosselcnkers Vertheidigung auszuführen hatte. Den Mittelpunkt des 
Rades bildete die Nahe (nlojyvq, ggonuxig), welche in ihrer inneren OciI- 
nung (669475) durch einen sogenannten Schmierring (äzaQvW, 7059""), 
dädrgov) ausgefüttert war, während dieselbe von aufsen durch zwei Metall- 
ringe, einen vor den Speichen (nlqyvdösrog, 3619er?) und einen alldem] 
hinter denselben, umgeben war. Von der Nabe liefen beim homerischen 
iVagen acht, bei den auf den Vasenbildern erscheinendenYVagen jedoch fast 
durchgängig vier Speichen (xväyoet, daher äxreixvqyia) aus, welche in die 
vier zum Radkranz (Zwg) zusammengefügten Felgen (dzzpiöeg) eingelassen 
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