Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724946
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Kriegerische Tracht. 
Der Bogen. 
Die Schleuder. 
werk, welcher 12 bis 20 Pfeile fafste (Fig. 283). Derselbe wurde an 
einem um die Schultern geschlungenen Riemen auf der linken Seite ge- 
Fig_ 28a Fig_ 284_ tragen (Fig. 273 und 282), und war zum Schutz 
M  I8 der Pfeile mit einem Deckel versehen (Fig.283 b, c). 
zii Mitunter jedoch diente der Köcher auch als Be-_ 
 J hälter für Bogen und Pfeile zugleich (Fig. 284), 
5 wie solchen noch heutzutage Mongolen und Kir- 
ghisen zu tragen pflegen. Gewöhnlich senkte 
" b " der Schütze beim Bogenspannen das eine Knie 
zu Boden, in welcher Stellung wir z. B. die Bogenschützen in der Gruppe 
der äginetischcn Bildwerke dargestellt sehen (vergl. Fig. 275, 282). Schon 
in der homerisehen Zeit behaupteten die Kreter einen grofsen Ruf in ge- 
schickter Handhabung des Bogens, und noch bis in die spätesten Zeiten 
sehen wir kretensische Bogenschiitzen als besondere Waffe im griechischen 
Heere. Auch die makedonischen Bogenschützen bildeten ein besonderes 
Corps in der leichten Infanterie Alexander's des Grofsen; unter den Bar- 
baren aber galten namentlich die Skythen und Parther für tüchtige Bogen- 
schützen, sowohl zu Pferde als zu Fufs. 
Die Schleuder (oqasvdövq) bestand aus-einem in der Mitte breiten 
und nach den Enden zu schmalen Riemen. Der Scbleuderstein oder die 
Bleikugel (polvßdig) wurde auf den breiteren Theil des Riemens gelegt, 
worauf der Schleuderer, nachdem er die Enden des Riemens mit einer 
Hand erfafst und denselben mehrmals um den Kopf geschwungen hatte, 
die Kugel durch Loslassen des einen Endes der Schleuder auf das be- 
stimmte Ziel schleuderte. In der Ilias wird nur an einer Stelle, und zwar 
auf der trojanischen Seite, der Schleuder erwähnt, und scheint diese Walfe 
ursprünglich dem Orient anzugehören. In späterer Zeit jedoch, nachdem 
namentlich die Griechen dieWirksamkeit der Schleuder durch die Schleuder- 
schützen im Heere des Xerxes kennen gelernt hatten, scheint auch von 
einzelnen griechischen Stämmen diese Waffe angenommen worden zu sein. 
Fig_ 285 In früherer Zeit waren es besonders die Akarnanen und 
5;) später die Bewohner von Aegium, Patrae, Dymae, Rho- 
Izdl-Tfsln dos und Melos, welche sich als Schleuderer hervor- 
iä l thaten. Nach der Angabe des Livius (XXXVIII, 29) 
i; f bestand die griechische Schleuder aus einem dreifachen, 
I: i durch häufige Näthe verbundenen Riemen, und wurde die 
"um  Sicherheit, mit welcher dieselbe geführt wurde, sogar 
über die der balearischen Schleuderschützen gesetzt. Von griechischen 
Bildwerken geben nur die Münzen der pisidischen Stadt Selge das Bild
        

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