Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724938
Kriegerische Tracht. 
Bogen. 
Der 
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Gebrauch war, so läfst doch die einfachere Construction jenes darauf 
schliefsen, dal's seine Erfindung die ältere gewesen sei. Die Gestalt des 
griechischen Bogens nun, sowie seine Handhabung lernen Wir am besten 
aus den nachfolgenden Versen der Ilias (IV, 105  kennen: 
des 
VOR 
üppigen 
Sleinbocks 
Schnell enlblöFsV er den Bogen, geschnitzt von des üppigcn S 
schönem Gehörn.       
Sechszehn Handbreit ragten empor am Hauptc die Hörner. 
Solche schnitzt? und verband der hornarbeitende Künstler, 
Glättete alles genau, und beschlugk mit goldener Krümmung. 
Jelzo des Köchers Deckel eröffnef er, wählte den Pfeil dann, 
Ungeschnellt und gefiedert, den Urqulell dunkeler Qualen. 
Eiland ordneU er nun das herbe Geschofs auf der Sehne. 
Und dann zog er die Kerbe zugleich, und die Nerve des Rindes, 
Dafs die Sehne der Brust annaht, und das Eisen demBogcn. 
Als er nunmehr kreisförmig den mächtigen Bogen gekriimmet, 
Schwirrte das Horn, und tönle die Sehn' und sprang das Geschofs 
Scharf gespilzt, in den Haufen hineinzufliegen verlangend. 
hin: 
Ebenso wie bei derLyra wurden zur Anfertigung dieses Bogens die etwa 
2d Fufs langen Hörner (nixvg, vergl. S. 230) einer Antilopenart benutzt 
(Fig. 275), die mit ihren Wurzelenden durch einen metallenen Beschlag 
(uogoivq), als vordere Auflage für den Pfeil, verbunden waren und um 
deren gekrümmte und mit Metall beschlagene Spitzen die aus Rindsdarm 
verfertigte Sehne geschlungen wurde. Bei einer Länge von sechszehn 
Ißlandbreiten für jedes Horn würde also der homerische Bogen, einschliefs- 
lich des die Hörner verbindenden Metallbeschlags, eine Länge von etwa 
G Fufs gehabt haben. Zur Spannung eines solchen Bogens gehörten na- 
türlich nervige Arme, und war derselbe längere Zeit nicht im Gebrauch 
gewesen, bedurfte es des Fettes und der Wärme, um dem Horne seine 
Elasticität wiederzugeben. In späterer Zeit nun bildete man diesen Horn- 
bogen in Holz nach, indem man zwei elastische Holzarme ganz in der- 
selben Weise, wie die Hörner, durch einen Beschlag mit einander verband 
und-so eine bei weitem leichtere und weniger kostbare Wölfe hersielllle- 
Der Pfeil (diozög, 36g) bestand aus einem etwa 2 Fufs langen Schaft 
(dövaä), aus Rohr oder leichtem Holz, vorn mit einer 2 bis 3 Zoll langen 
einfachen oder mitWiderhaken bewehrten Spitze aus Metall versehen und 
an seinem hinteren Ende befiedert. Eine Kerbe (ylvcpis) im PfCilSChüfI 
diente zur Auflage desselben auf die Sehne. Aufbewahrt wurden die 
Geschosse in einem Köcher (qwcgäzgoe, zoäoäoiuq) von Leder oder Flecht-
        

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