Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724917
Kriegerische Tracht. 
Das Schwert. 
Die Sichel. 
Die Keule. 
285 
gebildeten Schwertknopf erblicken wir z. B. am Schwerte, welches der 
ruhende Ares in der Villa Ludovisi in der Hand hiilt (Müller, Denkmäler. 
Thl. lI. N0. 250). 
Schliefslich erwähnen wir noch der Sichel, mit welcher schon in den 
frühesten Zeiten das Getreide geschnitten wurde und die in ihrer Form 
ganz mit der bei uns gebräuchlichen übereinstimmt. In der Gartenkunst 
 aber bediente man sich zum Beschneiden der 
a F'g'b28O' r Baumästc und der WVeinreben der Hippe (ägmy). 
 Kronos führte, der Sage nach, zuerst dieselbe im 
Kampfe gegen seinen Vater, und den bildlichen 
Darstellungen dieses Gottes haben wir die unter 
Fig. 280a dargestellte Harpe entlehnt. Diesem 
5 Sichelmesser verwandt ist das bei den Opfern zum 
U Köpfen der Opferthiere benutzte Messer, welches 
aus einer geraden Sehwertklinge mit einem haken- 
oder sichelartigen Ansatz in der Nähe ihrer Spitze 
bestand (Fig. 2806). In ganz gleicher Form oder 
in der unter F ig. 2800 gegebenen erscheint die 
Harpe in den Darstellungen der Mythe vom Perseus, welcher mit diesem 
Instrumente das Haupt der Gorgo vom Rumpfe trennt. Auch als Waffe 
bedienten sich die barbarischen Völker der sichelartig gestalteten Schwerter, 
wie dies aus den römischen Monumenten der Kaiserzeit ersichtlich ist. 
Ebenso waren Streitwagen, deren Räder und Achsen mit Sichelklingen 
besetzt waren (dganavqipdgov äQllßll), nur bei nicht- griechischen Völkern 
im Gebrauch; wir erinnern u. a. an die Schlacht bei Gaugamela, in der 
50 Sichelwagen vor dem Centrum der persischen Schlaehtlinie aufge- 
stellt waren. 
Die hölzerne, sowie die eherne Keule (Qdrzulov, xogzivq), wie erstere 
Herakles sich selbst aus einer Baumwurzel schnitzte, letztere aber vom 
Hephaistos für diesen Heros gearbeitet sein soll, und in der Ilias als 
YVaiIe erwähnt wird, ist niemals in den griechischen Heeren eingeführt 
gewesen. Hingegen berichtet Herodot bei seiner Schilderung der Bewaff- 
nung der Assyrer im Heer des Xerxes, dal's dieselben mit ehernen Buekeln 
beschlagene Keulen (riönala zszvlwnäva ardrigqa), vielleicht also Morgen- 
sterne, geführt hätten. Erst das Mittelalter hat diese im Nahekampf so 
furchtbare Waffe in der Form der Streitkolben, Morgensterne und Dresch- 
flegel wieder zur Geltung gebracht. 
Desgleichen war die Streitaxt (ßovnlüäi 531W), Yvelßhß Vürlüglißll 
in den Darstellungen der Amazonenkämpfe als eine diesen Kämpferinnen
        

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