Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724895
Kriegerische Tracht. 
Speer. 
Der 
Das 
Schwert. 
283 
folgenden können ihre Sarissen nicht über das erste Glied hinaushringen. 
Daher gewähren denn die bei jedem Manne des ersten Gliedes vorliegenden 
Sarissen dem Feinde natürlich einen furchtbaren Anblick und, wie leicht 
einzusehen, dem Manne Kraft, der mit fünf Sarissen bewehrt ist und mit 
fünffacher Gewalt vordringtß Vor der Front der Phalanx dehnte sich mit- 
hin ein Wall von Lanzen von 10, 8, 6, 4, 2 Fufs aus, jedesfalls kräftig 
genug, um einen Cavallerie-Choe zurückzuweisen. 
Kürzer, aber immer noch von beträchtlicher Länge, war die Stofslanze 
der makedonisehen Reiterei. Sehr fühlbar ist für uns freilich der Mangel 
an bildlichen Darstellungen, aus welchen wir eine genügende Anschauung 
über die spätere Kriegstraeht gewinnen könnten. Eine Silbermünze der thes- 
salischen Stadt Pelinna jedoch dürfte für die Bewaffnungsart des nördlichen 
Fim 278 Griechenlands für uns von Interesse sein. 
0' ' Die Aversseite dieser Münze (Fig. 278) zeigt 
   F) nämlich einen dahersprengenden Reiter mit 
 A    dem thessalisch-makedonischen Filzhut be- 
 m  deckt und bewaffnet mit dem Sauroter und 
   Schwert, während die Reversseite der Münze 
 das Bild eines mit derselben Kopfbedeckung 
versehenen, leicht gewalfneten Infanteristen trägt, welcher mit dem make- 
donischcn Rundschild, dem Schwert und drei kurzen Handspiefsen be- 
wehrt ist. Vielleicht giebt dieser Krieger uns ein Bild jener zu Philipps 
und Alexander's Zeit unter dem Namen der Hypaspisten eingeführten 
Truppengattung, während wir in dem Cavalleristen einen Repräsentanten 
der berühmten thessalischen Reiterei zu erkennen glauben, welche als 
Bundesgenosse in die makedonisehe Armee aufgenommen wurde. 
Was schliefslieh den Jagdspeer (äxdvziov) betrifft, so erscheint der- 
selbe auf den Monumenten in ähnlicher Form, wie die Kriegslanze. Wie 
der oben unter Fig. 277i abgebildete Jagdspeer zeigt, war das Eisen mit- 
unter mit doppelten Widerhaken versehen.  
Das Schwert (Eiqaog) wurde mittelst der Schwerttasche (äogmig) H11 
der über die rechte Schulter geworfenen Koppel (rslayaiv) meistenthßils 
auf der linken Seite des Körpers in der Höhe der I-lüfte getragen. Der 
Griff (ßwimy, Äußvj), bis zum Anfang der Schneide 4 bis 5 Zoll lang, ohne 
Bügel und nur zur Deckung der Hand mit einem Kreuzgriif (Fig. 279a) 
oder einem kleineren Stichblatt (Fig. 279d) versehen, war wie die er- 
haltenen Schwerter beweisen, mit der Klinge entweder aus einem Stück 
gearbeitet oder es wurde, was bei besonders kunstreich gearbeiteten 
Schwertgriden vorkommt, die Klinge in das Heft eingelassen. Die an
        

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