Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724876
die längeren zum Stofs gebraucht; von ersteren führten die homerischen 
Helden gewöhnlich zwei auf ihrem Streitwagen mit sich, und auf Vasen- 
bildern und Basreliefs erscheinen die Krieger sehr häufig mit zwei solchen 
Wurfspeeren bewaffnet. Merkwürdigerweise ergiebt die Vergleichung einer 
Anzahl Monumente, dafs diese beiden Lanzen nicht von gleicher Länge 
'Figl 277. gewesen sind, so dafs man daraus zu der Folgerung 
a I, c d: fgh i berechtigt sein kann, dafs die kürzere zum Wurf, die 
 längere aber zum Stich bestimmt gewesen sei. S0 
 j ß i 4 erblicken wir zwei solche ungleiche Lanzen in den Hän- 
t  E den des Achill und Aias auf einem Vasengemälde (Pa- 
nofka, Bilder antiken Lebens. Taf. X, 10)„ sowie in der 
 i; Hand des Peleus auf einem Vasenbilde, welches die 
j M! Hochzeit dieses Heros mit der Thetis darstellt (Overbeck, 
 lxß  Gallerie heroischer Bildwerke. Taf. VHl, 6). Ein Ana- 
 J- k logon für die ungleiche Länge dieser Speere findet sich 
  in der römischen Bewaffnung insofern, als dort die 
{l Hastati und Principes mit dem pilum und vericulum 
ausgerüstet waren. 
Während alle diese Speere eine Länge von ungefähr 
1 5 bis 7 Fufs hatten, kommen auf Vasenbildern auch 
 Speere von etwa 2 bis 3 F ufs Länge vor, bei denen 
das Eisen die Hälfte der ganzen Länge des Wurfspeeres 
 beträgt. Auf einem Vasenbilde (Overbeck, Gallerie he- 
  f roischer Bildwerke. Taf. XIII, 1) trägt ein Krieger zwei 
solcher kurzen Waffen in der Hand (Fig. 2777c), und 
auf einem anderen Vasenbilde (Overbeck l. c. Taf. XVIll, 3) zückt Aias 
einen noch bei weitem kleineren Speer auf die das Palladion umfassende 
Kassandra (Fig. 277 Z). Auch in der historischen Zeit war es gebräuch- 
lich, dafs von einem und demselben Krieger mehrere ungleiche Speere 
getragen wurden. So führten die Peltasten im Heere des Xenophon fünf 
kürzere Wurfspeere und einen längeren Spiefs, an dessen Schwerpunkt am 
Schafte eine lederne Schleife (oiyxülq) befestigt war (Fig. 277 h), durch 
welche die Soldaten beim Beginn des Gefechtes die Finger steckten (Ömrml- 
lazyävoay. Ist auch der eigentliche Zweck dieses Riemens nicht recht er- 
1 Auf dem unter dem Namen der Alexauderschlacht bekannten pompejanischen Mo- 
saikboden liegt im Vordergrunde ein zerbrochener Lanzcnschaft, an dem die dyxülq be- 
festigt ist. Desgleicihen sind auf einem in -Stuart und Revett, Antiquilies of Athens. T. III.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.