Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722168
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Dorische Säule. 
Platte des Tempelunterbaues aufsteht. Nur in seltenen Fällen war die Säule 
monolith, gewöhnlich hingegen aus mehreren Stücken oder Trommeln (011611- 
dvlot) ohne Mörtel zusammengesetzt. welche durch Dübel aus Cedernholz, 
wie solche an den Säulen des Parthenon und Theseustcmpel zu Athen 
entdeckt worden sind, auf einander befestigt wurden. Seiner Länge nach 
ist der Schaft durch parallele Vertiefungen, von den Griechen ädßöwatg, 
jetzt Cannelirungen genannt, belebt, deren Kanten in scharfen Stegen sich 
berühren, und die erst nach Aufstellung der Säule eingemeifselt wurden. 
Auf dem Schaft ruht der zweite Theil der Säule, der Knauf oder das 
Capitell, welchen die Griechen, nach Analogie des menschlichen Kopfes 
xarpoälatov, die, Römer ebenso capitulurn nannten. Das Capitell der dori- 
schen Säulenordnung besteht aus drei Theilen. Der erste wird unorga- 
xajliov, Hals, genannt und bildet die Fortsetzung des Schaftes, von dem 
er durch einen oder mehrere Einschnitte getrennt ist; an seinem oberen 
Fi 7  m" 8 Theile erweitert er sich und 
m  llguumluum)    ist gewöhnlich durch mehrere 
 ll lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Palellßlel lllllzßlllllß Seele" 
    t  s: geziert, welche von den Rö- 
   i!   j   mern als Ringe, annuli, be- 
l" )  lliii    M zeichnet werden. Darauf folgt 
     . n . als der Haupttheil des Capt- 
lw   tells ein ebenfalls kreisformig gebildeter, ringsum stark 
lil l hervorspringender Leisten, der von den Griechen äxivog 
  J l, genannt wurde und in welchem sich die Tragkraft der 
 l   Säule unter der Last der darauf ruhenden Theile (Gebälk 
   und Dach) zusammenzufassen scheint. Der dritte Theil be- 
i!  lh Ski  steht aus einer viereckigen und vierkantig behauenen Deck- 
(Nl "j     platte, welche der Träger (äßaä, und davon im Lateinischen 
 l  (i:  abacus) genannt wird und zur Aufnahme des auf den Säulen 
b:  ll in,  ruhenden Hauptbalkens oder Architravs (ämdtüliov) be- 
  l    stimmt ist (vgl. S. 14). 
M  l   Die künstlerische (ästhetische und statische) Bedeutung 
ll l  l l l Zllerdileiffeilßillinlilf ÜÄcifrdfiiiiifilftiiichiggiili 
 .  D , 
mäligen Verlaufes der griechischen Kunstgeschichte erlitten. Doch mag 
hier im Allgemeinen bemerkt werden, dafs je älter das Bauwerk, um so 
schwerer und gedrückter die Bildung der ganzen Säule gewesen ist, wie 
dies vorzugsweise die Anschauung der wenigen noch vorhandenen Säulen 
eines vielleicht dem sechsten Jahrhundert v. Chr. angehörenden Tempels
        

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