Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724858
Tracht. 
Kriegerische 
Der 
Schild. 
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kriegerische Gefolge der Edlen nicht in geschlossenen Massen, sondern nach 
dem Beispiele ihrer" Führer im Einzelkampfe sich an der Schlacht bethei- 
ligte, trat später diese Kampfesart mehr und mehr in den Hintergrund. 
Die schwer gewalfnete Infanterie, die Hopliten, welche in geschlossenen 
Massen ihre Bewegungen ausfuhrte, bildete den Kern des Heeres und von 
ihr hing hauptsächlich die Entscheidung des Kampfes ab. Diesen erz- 
gepanzerten Kriegern verblieb auch der homerische grofse Ovalschild, und 
nur bei den übrigen Schutzwalfen trat insofern eine Veränderung ein, dafs 
der eherne homerische Kürafs dem metallbeschlagenen Leder- und Linnen- 
koller wich, und Helm und Beinschienen von leichterem Material gear- 
beitet Wurden. Neben den IIopliten aber bildete sich nach den Perser- 
kriegen die leichte Infanterie als besondere Waffe aus. Dieses Corps wird 
seit dem Zuge der Zehntausend als integrirender Bcstandtheil der grie- 
chischen Heere angesehen und zerfiel in ungerüstete yvptvizeg, yvnvoi, 
d. h. in leichte Infanterie, welche ohne jegliche Schutzwaffe kämpfte, und 
in nelraozai, nslzocpdgot, oder die eine Pelta als Schutzwalfe tragenden 
Krieger. Ihre Bestimmung war als Fernkämpfer zu wirken, und demgemäfs 
bestand ihre Bewaffnung je nach den FernwaHen, welche der Nationalität, 
der sie angehörten, eigenthümlich waren, aus dem leichten WVurfspiefs, 
Bogen oder der Schleuder. Als Schutzwalfe aber bedienten sich diese Pel- 
tasten eines halbmondförmig gestalteten Schildes (nähme). Diese Pelta, etwa 
2 Fufs lang, aus Holz oder Weidengellecht mit einem ledernen Ueberzuge 
gefertigt, soll ursprünglich eine thrakische Waffe gewesen sein. Auf Bild- 
werken erscheint sie fast ausschliefslich als Schutzwaife der leicht bewalf- 
neten Amazonen, und dürfte eine Zusammenstellung der zahlreichen Darstel- 
lungen von Amazonenkämpfen die mannigfachsten Formen der zierlichen 
Pelta ergeben. So erscheinen die Pelten der Amazonen auf dem herrlichen 
Friese am Tempel des Apollon Epikurios zu Phigalia fast kreisrund und 
nur mit einer leichten Einbiegung an der einen Seite versehen, während 
auf anderen Monumenten die Pelta halbmondförmig dargestellt ist. Wir 
geben hier, nicht allein als Beispiel für dieses Walfenstück, sondern auch 
zur Veranschaulichung der kriegerischen Tracht, in welcher die antike 
Kunst die Amazonen darzustellen pflegte, die Abbildung der. schönen 
Marmorstatue einer geriisteten Amazone in der Dresdener Antikensammlung 
(Fig. 274). Hier erscheint die Amazone in edlem gvießllißßhßll CQStÜIII; 
bei weitem häufiger jedoch ist ihre Darstellung in orielltaliSßhßf Kleidung, 
wie solche aus der beigefügten Abbildung einer bogenschicfscnden Ama- 
zone (Fig. 275) ersichtlich ist. Uebrigens erscheinen die Amazonen auch 
auf einzelnen Kunstwerken mit dem gewölbten Ovalschilde der griechischen
        

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