Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724842
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Kriegerische Tracht. 
Der 
Schildj 
daher bei Homer die Bezeichnung der Schilde als buckelreich (ämpa- 
Ääeddan). Der den Mittelpunkt bildende, am meisten hervorragende und 
meistentheils reich ornamentirte Nagel, welcher zum Pariren der gegen den 
Schild geführten Hiebe diente, hiefs der Schildnabel oder Omphalos auf 
ägopfv. Aufser diesen nur zum Theil ehernen Schilden führten die Grie- 
chen im hohen Alterthume massiv eherne Rundschilde (noiyxalxog danig), 
die aber wegen ihrer Schwere später gänzlich aufser Gebrauch kamen. 
Wie kunstreich übrigens die Metallarbeit an einzelnen Schilden gewesen 
sein mufs, geht u. a. aus den Worten der Ilias, in welchen des Hephaistos 
Kunstarbeiten auf dem Schilde des Achilleus geschildert werden, sowie 
aus Hesiod's Beschreibung des Schildes des Herakles zur Genüge hervor. 
Das grauenvolle Haupt der Gorgo, Löwen (Fig. 2726), Panther, Eber, 
Stiere (Fig. 272a), Scorpione, Schlangen, Anker, Dreiliifse, Streitwagen 
u. dgl. m. finden sich auf Vasenbildern als Embleme (äniaqaoe, oweta) 
auf den Oberflächen der Schilde, und stehen gleichsam  als Wappen 
zu den Trägern derselben in irgend einer Beziehung. So trug der Schild 
des Idomeneus das Bild des Hahnes, mit Hinblick auf seine Abstammung 
vom Helios, dem der Hahn geweiht war; Menelaos' Schild zierte das Bild 
des Drachen, der ihm als ein göttliches Zeichen in Aulis erschienen war. 
Ein ähnliches Emblem auf dem Schilde, welcher auf dem Grabmale des 
Epaminondas bei Mantinca angebracht war, deutete auf die Abstammung 
dieses Helden aus dem kadmeischen Geschlechte, und Alkibiades' Schild 
war kenntlich an dem blitzeschleudernden Eros. Auch erinnern wir hier 
an die bildlichen Darstellungen auf den Schilden, mit welchen Aischylos 
seine sieben Helden vor Theben auftreten läfst. Neben diesen nach eines 
Jeden Belieben gewählten Schildzeichen (oixeia oqusioz), gab es aber 
noch allgemeine zur Bezeichnung der Nationalität, welche nach den 
Perserkriegen bei den griechischen Stämmen allgemein geworden zu sein 
scheinen. So waren die Schilde der Sikyonier mit einem hellleuchtenden 
E, die der Lakedämonier mit dem alterthümlich geformten Lambda V, 
weshalb diese lakedämonischen Schilde auch geradezu Lambda oder Labda 
hiefsen, die der Messenier mit einem M, die der Athener mit der Eule, 
die der Thebaner mit einer Eule oder einer Sphinx bezeichnet. Auch In- 
schriften führten die Schilde, wie z. B. der des Kapaneus die Worte: 
ngajda) rrölw, der des Demosthenes die Worte: ziyaäj 1153m trug. 
Wie bekannt, brachten die Perserkriege eine gänzliche Umgestaltung 
des griechischen Heerwesens. Während in der heroischen Zeit die Ent- 
scheidung der Schlachten von der persönlichen Tapferkeit und Geschick- 
lichkeit der Vorkämpfer im Einzelkampf abhing, und demgemäfs auch das
        

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