Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724829
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Kriegerische Tracht. 
Der 
Schild. 
Anlegen der Beinschienen findet sich überhaupt auf Vasenbildern sehr 
häufig dargestellt. 
Die Hauptschutzwalfe war der kreisrunde oder ovale Schild. Der 
kreisrunde Schild (Juni; mxvzög 5'361], eiixvulog), auch der argivische oder 
richtiger der dorische genannt (Fig. 272a, b, 273 e, f), weil er durch die 
Doricr an die Stelle des älteren, später noch zu erwähnenden Lang- 
schildes eingeführt sein soll, war der kleinere und deckte den Kämpfer 
etwa vom Kinn bis zum Knie. Um aber, wenn der Schild im Kampfe 
bis zur Höhe des Helms gehoben wurde, auch den unteren Theil des 
Körpers zu schützen, wurde mitunter an dem dem Boden zugekehrten 
Schildrande eine längliche, viereckige, vielleicht aus Leder- oder Filzstreifen 
geflochtene Decke (lamofia nzsgrievza?) befestigt, welche durch ihre Ela- 
sticität sowohl den Hieb, als auch den Stich zu schwächen im Stande 
war (F ig. 272 b). Diese am Schilde befestigte Schutzdecke war ursprünglich 
bei den asiatischen Völkern gebräuchlich, und scheint in der älteren Zeit 
wenigstens auch in die griechische Bewallhung aufgenommen worden zu 
. . sein.  Von diesem Schilde un- 
F1gx242.    
 terschicden 1st der altere, grofse 
vagen es    "y  ovale Schild (doixog), welcher 
o0 an bei einer Länge von etwa 4i Fufs 
' o  IE  und einer Breite von über 2 Fufs 
0c o0  den Krieger fast vom Kopf bis 
Q e e a   zum Fufs deckte, daher 1:061;- 
ß b i C vemjg, äpcpißgozog (Fig. 267). 
Fig- 273. Wie oben bemerkt, wurde dieser 
(5x l X mächtige ältere Langschild von 
I) ä   sät? I, v i dem Rundschilde verdrängt; der 
ä    Q a  ovale Schild erhielt sich aber, 
g I H wenn auch bedeutend verkürzt, 
ß b c d noch bis in die späteste Zeit. 
Ovale Schilde, an denen die beiden Langsciten in der Mitte durch halb- 
kreisförmige oder ovale Einschnitte unterbrochen sind, werden mit dem Na- 
man der böotischen bezeichnet (Fig. 267, 272 c, 273a). Der Zweck dieser 
Einschnitte ist nicht ganz klar, vielleicht dafs dieselben dazu gedient haben, 
dem Kämpfer, wenn er den Schild quer vor den Körper hielt und durch 
diesen Einschnitt auf seinen Gegner hinblickte, einen gröfseren Schutz liir 
sein Gesicht zu gewähren, als dieses bei dem Schilde mit geschlossenem 
Rande möglich war, indem hier der Krieger behufs des Zielens den Schild- 
rand nur bis zur Augenhöhe erheben durfte. Diese Schildform findet sich
        

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