Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724802
aber, also über dem Chiton, pflegte man noch eine breite, aus dünnem 
Metall gearbeitete und innen gefütterte Binde (uizga) anzulegen, welche, 
weil bedeckt von der Rüstung, auf Bild- 
 Fig" 26a werken natürlich nicht sichtbar ist. Wir 
 besitzen aber noch eine solche Mitra (Fig. 
 269), welche Brönsted auf Euhöa erworben 
 und in seiner Schrift: vDie Bronzen von 
i_iw Sirisß beschrieben hat. Diese eherne, eilf 
Zoll lange Platte ist auf der inneren Seite mit fünfzehn gröfseren und 
dreizehn kleineren runden Vertiefungen versehen, welche sich auf der hier 
wiedergegebenen Aufsenseite als Halbkügelchen darstellen; mittelst der an 
ihren Enden angebrachten Haken wurde sie auf dem Futter des eigent- 
lichen Gurtes befestigt. Es dürften mithin nach der von uns gegebenen 
Erklärung von Zoster und Mitra die Worte der Ilias (IV, 135 ff.) leichter 
zu verstehen sein: _ 
Slürmend traf das Geschofs den feslanliegenden Leibgurt. 
Sielf und hinein in den Gurt, den künstlichen, bohrte die Spitze; 
Auch in das Kunstgeschmeide des Harnisches drang sie geheftet, 
Und in das Blech, das er trug zur Schutzwehr gegen Geschosse, 
WVelches zumeist ihn schirmle; doch ganz durchbohrte sie dies auch; 
Und nun ritzte der Pfeil die obere Haut des Atreiden. 
Neben dem ehernen Panzer erscheinen der linnene Koller (ÄivoS-aigqä), 
wie solchen hei Homer schon Aiax, des Oileus Sohn, und Amphios tragen, 
sowie der ehcrnc Chiton (xalxoxizwv). Beide Panzer waren, als eng an 
 den Körper anliegende WVamse, von Leder oder Linnen 
F'g' 27a und zum Schutz der Schultern, sowie der Herz- 
XUF l grube mit Erzplatten belegt (Fig. 268, 270). Ein Leib- 
gurt schützte aufserdem noch die Magengegend. Diese 
 Schulterstücken, welche vorn und hinten am Gurt, mit- 
JA-"Eilßp  unter auch am Panzer selbst mit Bändern befestigt 
 l. l waren (Fig. 270), wurden oft reich ornamentirt, woliir 
HAHN W13 zahlreiche Bildwerke, vorzüglich aber zwei broncene, im 
liillllllilllil Ufer des Siris in Unteritalien im Jahre 1820 gefundene 
,  Schulterstücken sprechen, deren Reliefarbeiten, Amazonen- 
  kiimpfe darstellend, zu den Meisterwerken griechischer 
( Metallarheit gehören. Diesen leichten Kellern, deren all- 
gemeine Einführung im Heere der Athener dem Iphikrates 
zugeschrieben wird, ebenso wie den oben beschriebenen, nach der Mus- 
kulattlr des Körpers gearbeiteten Erzpanzern, waren an ihren unteren
        

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