Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724786
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Kriegerische Tracht. 
Der Helm. 
laufenden, und die Nath, durch welche die beiden Helmplatten zusammen- 
geniethet sind, bedeckenden Helmkamm oder Bügel (ipoilog) bewehrt sind 
(Fig. 266a, c). Um die Widerstandskraft zu erhöhen, wurde dieser Bügel 
durch mehrere, bis zu vier Metalllagen übereinander verstärkt, und ein 
solcher Helm würde nach Göbefs Erklärung! den Namen eines vierbüge- 
ligen (zergzicpoelog, zszgacpdlqgog) erhalten haben. Kerbe oder Löcher, 
welche auf dem oberen Rande dieses Bügels hinliefen, waren bestimmt, 
Büschel von Rofshaaren (Znnovgzg) oder von Federn in sich aufzu- 
nehmen (Fig. 265g, 268). Vielleicht dürfte der in der Ilias (XV, 536) er- 
wähnte xüyßaxog cfxgörcezog mit dem gpdlog identisch sein. Ob aber 
der-mit zgvcpoileza bezeichnete Helm seinen Namen, wie Göbel annimmt, 
von den Löchern (zgziyadt) erhalten hat, die zur Aufnahme der Rofshaar- 
biische auf dem (pdlog angebracht waren, möchten wir dahingestellt sein 
lassen.  Mitunter fehlt jedoch der zur Befestigung des Helmbusches be- 
stimmte Bügel, und scheint in diesen Fällen der Schweif von Rofshaaren 
etwa in einer kleinen Röhre auf der Helmkappe befestigt gewesen zu sein 
(Fig. 265g, 266d).  
Im Allgemeinen kann man wohl annehmen, dal's der Helm des ge- 
meinen Kriegers jedes künstlerischen Schmnckes entbehrt hat, während 
auf die Ausschmückung der Helme der Anführer eine gröfsere Sorgfalt 
verwendet wurde; mit Verzierungen und Figuren in getriebener Arbeit 
pflegten Helmkappe, Visir und Stephane bedeckt zu werden, die mannig- 
fachsten Formen wurden dem Helmbügel gegeben (Fig. 266 b, e), und der 
einfache Helmbuseh durch Hinzufügen von Federschmuck (Fig. 266d) oft 
bis zur Ueberladung verziert. Solche Prachtlielme finden wir in grofser 
Auswahl an den Statuen der Athene, des Ares und verschiedener Heroön; 
auf Münzen an den Köpfen der Athene und auf geschnittenen Steinen 
an Portraitköpfen, z. B. auf den in den kaiserl. Sammlungen zu St. Pe- 
tersburg und lrVien befindlichen Cameen mit den Köpfen des Ptolemaios I. 
und Il. Wir beschränken uns darauf, den zierlichen, behelmten Kopf der 
Athene von einer Silbermünze von Heraklea (Fig. 2660), sowie den Helm, 
welcher das Haupt des Ncoptolemos auf einem wahrscheinlich römischen, 
von Orti di Manara publicirten Basrelief (Fig. 266 e) bedeckt, hier wieder- 
zugeben. 
Die zweite Schutzwaife war der Panzer (äafgoeä), über dessen ältere 
Form Pausanias in der Beschreibung der von Polygnotos zu Delphi 
ausgemalten Lesche Folgendes angiebt: vAuf dem Altar liegt ein eherner 
Philologus. 1862. 
S. 213 ff.
        

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