Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724770
Kriegerische 
Tracht. 
Der Helm. 
271 
fachen Darstellungen auf Vasenbildern hervorgeht, aufserhalb des Kampfes 
in die Höhe geklappt wurden, wodurch der Helm fast das Aussehen eines 
Flügelhelms erhält. Einen bei weitem gröfseren Schutz für Kopf und 
Nacken gewährt der Fig. 265 f abgebildete Helm, welcher im Bette des 
Alpheios bei Olympia aufgefunden wurde. Nacken-, Backen- und Stirn- 
sehirme sind hier mit der Helmkappe aus einem Stück gearbeitet und 
decken den Kopf bis zu den Schultern vollkommen, während nur die 
Augen, der Mund und das Kinn unbedeckt bleiben. Aus diesem den Kopf 
und Nacken dicht umhiillenden, schweren Helm hat sieh dadurch, dafs der 
Nackcnschirm durch einen Einschnitt vom Stirnschirm getrennt wurde und 
letzterer die Form eines vollständigen festen Visirs mit schmalen Aus- 
schnitten für die Augen erhielt, jene geschmackvolle und bei weitem leich- 
tere Helmform entwickelt, welche man mit dem Namen adlömg bezeichnet 
(Fig. 265g). Im Kampf wurde derselbe heruntergezogen, so dafs der Kopf 
des Kämpfers von der Hehnkappe, das Gesicht aber vom Visir gedeckt war, 
während aufser dem Kampfe der Helm über den Hinterkopf dergestalt zu- 
rückgeschoben wurde, dafs das Visir auf dem Scheitel des Kriegers ruhte. 
Der Fig. 2666 abgebildete schöne Kopf der Athene aus der Villa Albani 
veranschaulicht uns diese Helmform. Oft erscheint jedoch auch der zier- 
liche griechische Helm ohne jeglichen Stirnschirm und nur mit einem 
breiten, aufwärts gebogenen Rande (drsrpoivq) versehen, nicht unähnlich 
Ja 
r Ä 
 
.  j 
IL 
ä 
h 
b 
den aufgeklappten Visiren der mittelalterlichen Helme. Für diese Helrnform 
mag der unter Fig. 266a dargestellte Kopf der Athene als Beispiel dienen. 
Während nun der Helmbügel (zpdlog) auf dem Lederhelm durchweg, auf 
dem einfachen Metallhelm aber, wie die unter Fig. 265 d, e, f beigebrach- 
ten Beispiele zeigen, sehr häufig fehlt (daher ärpai-OG), erscheinen bereits 
im Homer, sowie auf den Vasenbildern älteren Styls, schwere Metallhelme, 
welche hauptsächlich, um den gegen den Kopf geführten Hieb oder Stofs 
in seiner Wirkung abzuschwächen, dann aber, um den wallenden Heliu- 
busch (Ädqvog) zu befestigen, mit einem vom Scheitel bis zum Nacken
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.