Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724761
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Kriegerische Tracht. 
Helm. 
Der 
Hauern des grimmigen Ebers besetzt, erinnert derselbe noch lebhaft an 
jene aus der Kopfhaut eines Thieres gebildeten Kappe, von welcher wir 
oben gesprochen haben. Aus Otterfell hingegen gearbeitet war der Helm 
(xvväq undävy), den Dolon trug. Ueberhaupt scheinen jüngere Krieger, wie 
aus den Worten des Homer hervorgeht, sich dieser Lederkappe bedient 
zu haben. Der Fig. 2656 abgebildete Kopf einer Bronce-Statuette des 
Diomedes mag uns die Form einer Lederhaube vergegenwärtigen. Aus 
dieser entwickelte sich der Metallhehn (xgoivog, homerisch xögvg und hier 
gleichbedeutend mit der uvväo; rwäyxalxog, der metallenen Sturmhaube), 
indem an die Stelle der Lederkappe eine halbkugelförmige eherne Kopf- 
bedeckung trat, und durch allmähligc Hinzufügung von Stirn- und Nacken- 
schirmen, von halben und ganzen Visiren und von Backenstüeken das 
Gesicht und der Hals, durch Hinzufügung des Helmkegels und Helmbügels 
der Schädel gegen Hieb und Stich gesichert wurde. Auf einer Hydria 
von Vulci, auf welcher der Abschied des vollständig gerüsteten Amphia- 
raos von der Eriphyle dargestellt ist, trägt dieser Heros einen solchen 
halbkugelförmigen eherncn Helm (F ig. 265 c). Von ähnlicher Form ist auch 
der Helm, mit dem auf den Aversseiten der Silbermünzen der thrakischen 
Stadt Ainos der dort verehrte Heros bedeckt erscheint. 
Schon mehr berechnet für die Deckung des Kopfes war der Helm, 
welchen die Figur des bogenschiefsenden Teukros (Figiöö d) in der Gruppe 
der zu München befindlichen äginetischen Kämpfer trägt. Die halbkugel- 
förmige Helmkappe ist hier, der Form des Hinterkopfes angepafst, nach 
hinten etwas ausgebogen und mit einem etwa handbreiten Nacken- 
schirm, vorn aber mit einem schmalen Stirnschirm versehen. Noch voll- 
kommener ist der Helm, den Telamon in derselben Gruppe der iiginetischen 
Fig. 265. 
Bildwerke trägt (Fig. 265 e). Während Kappe und Nackenschild den am 
Helme des Teukros befindlichen gleichen, ist bei dem Helme des Telamon 
der glatt an die Stirn sich anlegende Stirnschirm durch einen schmalen, 
das Nasenbein bedeckenden Metallstreifen verlängert, und sind aufserdem 
an dem rund um den Kopf laufenden Nacken- und Stirnschirm kurze 
Backenstücke (rpoälaga) mit Charnieren angefügt, welche, wie aus mannig-
        

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