Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724750
Waffenstücke, Schwert und eherner Panzer, aufgestellt sind, eifrig mit 
dem Poliren einer Beinschiene beschäftigt. Die linke Seite der Darstellung 
nimmt der Schmiedeofen mit seinen emporlodernden Flammen ein, vor dem 
eine zwergartige Gestalt, vielleicht Kedalion, der treue Gehülfe des Hephaistos, 
nicht unähnlich den Gnomen, mit welchen die nordische Mytlie das Innere 
der Berge bevölkert hat, mit Kenneraugen die Politur des vor ihm ru- 
henden mähnenumwallten Helms prüft, während ein hinter dem Schmelz- 
ofen halb verborgener Satyr neckend seine Hand nach dem Pileus des 
Alten ausstreckt. Geben wir dem Bilde mit Hülfe der Worte der Ilias die 
Deutung, dafs der Künstler den Hephaistos an den WVaffen des Achilleus 
arbeitend dargestellt habe, so sind wir damit auch zugleich in die grie- 
chische Bewalfnungsweise, wie das homerische Zeitalter sie kennt, eingeführt. 
Als Schutzwalfen bezeichnen wir den Helm, den Panzer, die Bein- 
schienen und den Schild. Das abgezogene Fell eines wilden Thieres diente 
ohne Zweifel ursprünglich zur Bekleidung und zum Schutz des Oberkörpers. 
Gleichwie noch heutzutage einige Indianerstämme des nördlichen Amerika's_ 
ihren Kopf mit derKopfhaut des Büffels oder Bären schmücken, bedeckten 
auch die Völkerschaften des Alterthums in jenen Zeiten, in denen die Bear- 
beitung des Erzes noch auf einer niedrigen Stufe stand, ihr Haupt mit 
den Fellen von wilden 'l'hieren, zu deren Erlegung die eigene Sicherheit 
sie zwang. Die Jagdtrophäe wurde zugleich die kriegerische Rüstung. So 
trug Herakles, der Hauptvertilger alles den Menschen schädlichen Gethiers, 
das Fell des nemeischeu Löwen als Schutzwaffe und stetes Attribut, und 
auch andere Krieger erscheinen auf Monumenten in dieser Kopfbedeckung; 
so z. B. ist eine der Nebenfiguren auf einer etruskischen Aschenkiste, auf 
welcher der Bruderkampf des Eteokles und Polyneikes dargestellt ist, mit 
der Kopfhaut eines Löwen als Kappe bekleidet (Fig. 265 a). Bei den ger- 
manischen Völkerschaften war diese Tracht allgemein, und römische Fahnen- 
träger und Hornbliiser sehen wir auf Monumenten der Kaiserzeit stets mit 
dieser germanischen kVildsehur bekleidet. Als Uebergang zum metallenen 
Helm kann die ursprünglich wohl nur aus der ungegerbten Haut eines 
Thieres verfertigte Lederkappe (xvväq) angesehen werden. Diomedes trug 
bei jener nächtlichen Streifpartie, welche er mit dem Odysscus unternahm, 
eine solche eng an den Kopf anschliefsende Kappe ohne Helm-Kegel und 
-Busch aus Stierhaut (x-vväo; zavgeioy), welche auch uarairvf genannt 
wurde, da das blinkende Metall des ehernen Helmes ihn leicht dem Feinde 
hätte verrathen können. Aehnlich war der Helm, den Odysseus bei dieser 
Gelegenheit trug. Ganz aus Leder gefertigt, im Innern fest mit Riemen 
gespannt und mit Filz gefüttert, aufsen aber rings mit den blinkenden
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.