Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724743
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Kriegerische Tracht. 
Kriegsmaschinen, deren Erfindung und Ausbildung vorzugsweise von den 
Griechen ausging, hier aus dem Grunde übergehen werden, weil die wenigen 
darauf bezüglichen, sehr mangelhaften Abbildungen nur auf römischen Mo- 
numexgten ausdder Kaiserzeit vorkommen. Wir haben es deshalb vorgezogen, 
diesel en in em römischen Theile unseres Buches zu besprechen. 
So reichhaltig nun auch die schriftlichen Zeugnisse des Alterthums 
über die griechische Bewaffnung in den verschiedenen Zeiten sind, so 
mannigfach auch die Formen der auf Monumenten dargestellten Rüst- 
stücke auftreten, so ist doch die Zahl der wirklich noch erhaltenen Waffen- 
stücke eine nur äufserst geringe. Vasenbilder und Arbeiten der Sculptur 
müssen daher hauptsächlich die monumentalen Belegstellen für unsere Er- 
klärung liefern. Ünstreitig aber können diese Monumente da, wo es sich um 
die Vergleichung des künstlerisch Dargestellten mit der Wirklichkeit han- 
delt, nur mit der gröfsten Vorsicht benutzt werden, indem auf Vasenbildern 
des älteren Styls der Maler nicht selten auf Kosten der Wahrheit die dar- 
gestellten Gegenstände zu phantastisch und ungeheuerlich aufgefafst und 
oft verzerrt gezeichnet hat; der Bildhauer hingegen, um die Schönheit 
der Körperformen vorwalten zu lassen, eine ideale Behandlung der Kleidung 
und Bewaffnung der in der Wirklichkeit ebräuchlichen Waffentracht vor- 
gezogen hat. Aufserdem aber geben dtiäe Monumente eine Menge von 
Wallenformen, Iiir deren Benennung uns die schriftlichen Zeugnisse fehlen, 
wie umgekehrt die Autoren der späteren Zeit häufig von Rüstungsstücken 
reden, für welche die Monumente keinen Anhaltspunkt gehen, man müfste 
denn die grofsen historischen Monumente der römischen Kaiserzeit auch 
für die gleichzeitige griechische Bewaffnung als mafsgebend betrachten. 
In die Betrachtung der vollständigen Ausrüstung (navonlia) eines 
griechischen Kriegers mag uns ein Basrelief (F ig. 264) aus der Sammlung 
  des Louvre einführen. In 
Flg. 264.   
dieWerkstatt des Hcphaistos 
w, xi c Q versetzt uns die Darstellung. 
Mgf,    ä im Im hoehgeschürzten Ge- 
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 "QTX   l Schilde, welchen einer sei- 
ggygiiiwiesßß   lihiiiirilställetäffiiläif 
 i'm f L   die Handhabe anzufügen. 
Dem Meister zur Seite am Boden sitzt ein anderer Geselle neben einer 
Stele, auf welcher die bereits aus der Werkstatt fertig hervorgegangenen
        

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