Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724732
Gymnastik und 
Agonistik. 
Das Bad. 
Kriegerische 
Tracht. 
267 
Zeit wurde der Nutzen des Bades, besonders vor der Mahlzeit, allgemein 
anerkannt, obschon die Griechen in der verfeinerten Kunst des Badens es 
nie so weit gebracht haben, wie die Römer. Namentlich aber war der 
allzubäuiige Gebrauch von heifsen Bädern in Griechenland nicht beliebt. 
Behufs der warmen Bäder gab es nun öffentliche und Privat-Badeanstalten 
(ßalavsfa dmwäota und Ydwz), sowie auch in den Gymnasien den Badenden 
besondere Räumlichkeiten angewiesen waren (vergl. S. 112). Nach den 
Vasenbildern zu schliefsen, da die schriftlichen Nachrichten über die innere 
Einrichtung der griechischen Bäder sehr sparsam sind, bestand das Bad 
meistentheils im Begieiscn, im Abwaschen des Körpers aus den mit frischem 
Quellwasser gespeisten Badebecken (vergl. S. 172, sowie die in Gerhards 
vauserlesenen griechischen Vasenhildern Taf. CCLXXVIIK gegebene Dar- 
stellung hadender Epheben), und endlich aus Schwitz- oder Dampfbädern 
(rwgiat, nvgzazqgiat), in welchen die Badenden in freistehenden oder in 
den Fußboden eingelassenen Wannen (nüsloa, homer. ädoilutväot) Platz 
nahmen, und nach dem Bade sich vom Bader (ßalavsüg) oder den Bade- 
dienern (rragaxürai) mit kaltem Wasser begiefsen liefsen. Nothwendig ge- 
hörte aber zu einem Bade das Salbzimmer (älstmojgtov), in welchem der 
Körper mit dem Schabeisen (vergl. S253 f.) gereinigt und mit feinem Oel 
eingerieben, sowie zugleich auch wohl die übrige Toilette beendet wurde. 
Erst in späteren Zeiten scheinen auch besondere Ankleidezimmer (ärrodv- 
zvjgta) mit den Bädern verbunden gewesen zu sein. Die eigenthümliche 
Einrichtung eines Frauenbades auf einem Vasenbilde haben wir bereits auf 
S. 214 besprochen. 
54. Dafs der Pflege der gymnischen Spiele das Streben, eine kriegs- 
tiichtige Jugend heranzubilden, zum Grunde lag, geht aus der Natur der 
meisten derselben hervor. In der Gymnastik erkannten die Griechen, wie 
Lucian sich ausdrückt, eine Vorbereitung für den bewailneten Kampf, denn 
Leute, deren nackte Körper auf diese YVeise geschmeidiger, gesunder, kräf- 
tiger, dauerhafter und behender gemacht waren, mufsten, wenn es gäli, 
ungleich bessere Soldaten abgeben und dem Feinde desto furchtbarer werden. 
Der praktischen Anwendung der auf den Ringplätzen erlangten Gewandt- 
heit für den Kampf werden wir uns mithin jetzt zuzuwenden haben, wobei 
unser Augenmerk jedoch vorzugsweise auf die einzelnen Walfenstücke und 
ihre Verwendung gerichtet sein wird; eine Erörterung der verschiedenen 
Phasen, welche die Taktik der Griechen durchlaufen hat, wird freilich nur 
soweit hier ihre Stelle finden, als damit eine Veränderung der Bewaffnung 
verbunden war. Zugleich bemerken wir, dal's wir die Beschreibung jener
        

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