Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724723
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Gymnastik und Agonistik. 
Das Ballspie] 
Das Bad. 
aufgefangen und sofort in derselben Weise zurückgeworfen. Die Ballspieler 
bewegten sich hierbei nur wenig von der Stelle, und nur, wenn der Ball 
im Aufspringen aus der geraden Richtung gewichen war, mufsten die 
Spielenden ihre Stellung verändern. Das mit dem Namen miqavia be- 
zeichnete Ballspiel, bei welchem der kleine Ball möglichst hoch in die 
Luft geschleudert und von dem Mitspiclenden aufgefangen wurde, gehört 
gleichfalls dieser Classe an. Ein Partieballspiel hingegen war der Episkyros 
(371517111909 Oder ärpqßtmj), dessen eigentliche Heimath Sparta war. Bei 
diesem theilte sich die Gesellschaft in zwei gleiche Parteien, welche durch 
einen Strich, Gxögov genannt, von einander geschieden Waren. Hinter 
jeder Reihe der Mitspielenden deutete ein Strich die Grenze an, bis zu 
welcher sie beim Auffangen des Balles zurückweiehen durften. Der Ball 
wurde nun auf das Skyron gelegt, von einem der Spielenden ergrilfen 
und der Gegenpartei zugeworfen, welche denselben innerhalb der vorge- 
schriebenen Grenzen aufzufangen und zurückzuschleudern hatte. Das Spiel 
endete, sobald die eine Partei hinter die Grenzlinie zurüekgetriehen war. 
Weniger unterrichtet sind wir freilich über den WVurf mit den gröfseren 
und gröfsten Bällcn, welche mit bedeutender Kraftanstrengung in die Höhe 
geschleudert und mit der {lachen Hand oder dem Arm vom Gegner auf- 
gefangen und zurückgeworfen werden mufsten. Vielleicht ist das heutzu- 
tage noeh in Italien unter den jungen Männern übliche eigenthümliche 
Ballspiel eine Reminiscenz aus dem Alterthume. Ob das unter dem Namen 
(pawivda bekannte Ballspiel, bei welchem der Wcrfende den Ball einem 
seiner Spielgenossen scheinbar zusehleuderte, in Wirklichkeit aber dem- 
selben eine andere Richtung gab, mit kleinen oder grofsen Bällen aufge- 
führt wurde, ist zweifelhaft. So viel aber steht wohl fest, dafs die zu 
diesem Spiel benutzten Bälle hohl waren. Endlich kann man noch das 
Spiel mit dem Korykos (xwgvxonaxia, xwgvxoßolia) in das Bereich des 
Ballspiels ziehen. Von der Decke des Zimmers nämlich hing an einem 
Stricke bis etwa zur Bauchhöhe der Spielenden ein mit Mehl, Feigen- 
körnern oder Sand gefüllter Ballon herab. Die Aufgabe des Uebenden 
bestand nun darin, diesen nach und nach in immer schnellere Bewegung 
zu setzen und den heftig anprallenden Ballon entweder mit seiner Brust 
oder seinen Händen zurückzustofsen. 
Als Schlufs derjenigen Uebungen, welche zur Kräftigung des Körpers 
dienten, fügen wir noch einige Bemerkungen über das Baden hinzu. Das 
Bad, vorzugsweise das warme, gehörte schon in der homerischen Zeit zu 
den stärkenden und reinigenden Mitteln, durch welche sich der Grieche 
nach vollbraehter Arbeit zu erquicken suchte. Auch in der historischen
        

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