Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724716
Gymnastik und Agonistik. 
Das Ballspiel. 
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thums in diätetischer Rücksicht sehr anempfehlrn und von den Griechen 
als Mittel zur Entwickelung körperlicher Gewandtheit und Grazie mit 
großer Vorliebe betrieben wurde. Knaben und Männer, Mädchen und 
Frauen fanden Erholung und Zeitvertreib bei diesem Spiele, welches, wie 
die gymnisehen Uebungen, nach gewissen Regeln getrieben und erlernt 
werden mußte. In den Gymnasien war deshalb auch ein besonderer Raum 
für diese Uebungen (dqaougmzrjgtov, ogpuigrorga) bestimmt, in denen ein 
Lehrer (dgpatgwzwxög) in der Kunst des Ballspiels Unterricht ertheilte (vgl. 
S. 111). Man bediente sich lederner, mit Federn, Wolle oder Feigenkörnern 
gestopfter Bülle von verschiedenen Farben. Was die Größe betrifft, so 
unterschied man kleine, mittelgroße, sehr große und leere Bälle. Das 
Spiel mit dem kleinen Ball (umgoi) zerfiel nun wiederum in drei Classen, 
nämlich in den Wurf mit dem kleinsten Balle (orpödga ptxgzi), dem etwas 
größeren (äliyqa zoüde neigen!) und mit der größten Gattung (drpougiov 
ysiCov raivds). Der Hauptuntersehied zwischen dem Spiel mit diesen 
kleineren Bällen von dem mit den größeren bestand darin, dal's bei er- 
sterem die Hände nicht über die Schulterhöhe, bei letzterem aber über 
die Kopfhöhe gehoben werden durften. Die für die verschiedenen Arten 
des Ballspiels von den alten Schriftstellern gegebenen Erklärungen sind 
jedoch so mangelhaft, dafs wir aus ihnen mit wenigen Ausnahmen keine 
klare Anschauung gewinnen können. Andererseits beschränken sich die 
bildlichen Darstellungen fast nur auf sitzende Frauengestalten, welche sich 
am Spiel mit einem oder mehreren Biillen ergötzen. Wir müssen des- 
halb, in Ermangelung eines Bildes aus dem griechischen Volksleben, eine 
Scene aus einem römischen Sphairisterion, welches aus den Wandgemälden 
in den Thermen des Titus zu Rom 
V   Fig  stammt, zu Hülfe nehmen (Fig.263). 
"L  Hier üben sich drei Epheben unter 
77 1' _ Wfl 0mm  xß- Anleitun ihres bärti en Lehrers im 
ggf Spiel mit; sechs kleiden Bällen; die 
l f E  l m!) a Ü  Haltung ihrer Arme entspricht jener 
 a. i,  "l x für diese Gattung des Spiels vor- 
[X AD  "i ki i)  geschriebenen Stellung. Zu den 
im) 1  Spielen mit dem kleinen Ball können 
V1  41 a7, l  ä wir zunächst die dmiäöaftg rechnen. 
  ä r   DerßBall wurde hierbei in schräger 
[Päzgkw    Richtung gegen den Boden geschleu- 
dert, machte vermöge seiner Elasticität mehrere Sprünge, die gezählt zu 
,werden pflegten, wurde sodann von dem Mitspielenden mit der flachen Hand
        

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