Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724674
Gymnastik und Agonistik. 
Das Wagenrennen. 
261 
Begüterten lag, die ärmere Volksclasse mithin von der Theilnahme an diesem 
Kampfe ausgeschlossen war, so können wohl diese Spiele mit Recht als die 
fashionablen Vergnügungen der alten Welt bezeichnet werden. Bei diesen 
Agonen war aber nicht eine schulgerechte Durchbildung des Körpers zu 
Gewandtheit und Stärke, sondern nur ein sicheres Auge, eine feste und 
geschickte Hand zur Lenkung der Rosse erforderlich. Das Wagenrennen 
(ägjtarhrjladia) wurde daher auch nicht immer von dem Besitzer des Ge- 
spanns in eigener Person ausgeführt, vielmehr konnte derselbe statt seiner 
einen Anderen als Rosselenker eintreten lassen. Im ä28 sind bereits bei 
Gelegenheit der Beschreibung des Hippodrom zu Olympia die baulichen An- 
lagen der Rennbahn, namentlich die Schranken, die Aphesis und das Ziel, 
besprochen worden. Wir haben deshalb hier nur noch einige Bemerkungen 
über die zum Wettfahren benutzten Gespanne hinzuzufügen. Der schon 
imaheroischen Zeitalter von den griechischen Heerführern im Kampfe und 
auf der Rennbahn benutzte zweiräderige Wagen! war auch in der histo- 
rischen Zeit bei den Wettfahrten gebräuchlich, natürlich, dafs bei diesen 
der Rosselenker allein seinen Platz auf dem Wagen hatte. Die Zahl der Wa- 
gen, welche zu einem Laufe gleichzeitig zugelassen wurden, kann nicht mit 
Bestimmtheit angegeben werden; jedesfalls richtete sich dieselbe nach der 
Breite des Hippodrom. Bei gröfseren Rennbahnen, wie auf der zu Olym- 
pia, in welcher jede Seite der Aphesis ungefähr 400 Fufs lang war, konnte 
natürlich auch eine gröfsere Anzahl Wagen gleichzeitig rennen. Die gerade 
Ablaufslinie aber wurde, wie es jedes Wettrennen mit sich bringt, während 
des Kampfes "bald aufgegeben, ein Aneinanderfahrcn der Wagen war mithin, 
wenn nicht etwa durch Scheuwerden der Pferde, nicht zu befürchten. Zum 
Rennen wurden anfangs Viergespanne von ausgewachsenen Pferden (ögöyo; 
irmaw zslsimv), später Doppclgespanne (Znnmv zelsiwv ovvwglg) benutzt. 
Erstere Art des Rennens wurde Ol. 25, letztere 01.93 eingeführt. Dafs 
aber auch Dreigespanne in Anwendung kamen, geht aus den auf dem 
Fries des Parthenon dargestellten Gespannen deutlich hervor. Seit der 
99. Olympiade kam auch die Sitte auf, Füllen (neiloz) zu Vier- oder 
Doppelgespannen vereinigt rennen zu lassen. Die Benutzung der Maulthiere 
im Hippodrom hat sich jedoch nur in der Zeit von der 70. bis 84. Olym- 
piade erhalten.  Das Loos entschied über die Plätze der Wagen, ihre 
Abfahrt geschah nach einem Signal a tcmpo, und aufgemuntert durch den 
Zuruf der Wagenlenker und angespornt durch die Peitsche (yädztE) oder 
in 
auf das 
l Ueber die Construction des griechischen Streitwagens verweisen wir 
Abschnitte über das Kriegswesen (Q 54) Beigebrachte. 
dem
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.