Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722148
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Tempel auf dem Berge Ocha. 
selbe bildet ein von West nach Ost gerichtetes Oblongum von etwa 40 Fufs 
Länge und 23 Fufs Breite, die Mauern sind ungefähr 4 Fufs dick und 
bestehen aus grofsen unregelmäfsigen Schieferblöcken, wie dies in der 
ältesten Zeit üblich war; sie erheben sich bis gegen 9 Fufs, und in der" 
Südwand ist eine Thür nebst zwei kleinen Fenstern angebracht, die an 
die Thüren in alten cyklopischen oder pelasgischen Mauern erinnern 
(vgl. g 18). Das Dach dieses Hauses besteht aus behauenen Steinplatten, 
die, auf der Mauerdicke ruhend, nach innen zu übereinander vorgeschoben 
sind; eine Ueberdeckungsart, welche ebenfalls bei Bauten der frühesten 
Periode der griechischen Architektur, wie z. B. bei den Schatzhäusern 
Fig 5' der alten Königspaläste, in Anwen- 
 dung gekommen ist (vgl. E21). 
 M? Vllll Jedoch ist zu bemerken, dal's in 
  der Mitte des Daches eine gegen 
     20 Fuls lange und etwa 1 Fnfs 
    8 Zoll breite OelTnung gelassen 
     worden ist, wie dies aus dem 
 Grundrisse Fig. 5 und der inneren 
  Ansicht Fig. 6 hervorgeht. Im In- 
W    Fg'6'     nern springt aus der westlichen 
   Mauer ein Stein hervor, der höchst 
 i.  wahrscheinlich zur Aufnahme des 
   Götterbildes oder anderer heiliger 
    Gegenstände bestimmt war. Auch 
    in den Tempeln der späteren Zeiten 
    1'   standen die Cultusstatuen zunächst 
  [Äifl   i" f  der westlichen Mauer und blickten 
   i, nach Osten, wo sich dann gewölm- 
     lich auch der Eingang befand. Dafs 
  7'?   dies hier nicht stattfindet, ist durch 
die Lage des Heiligthumes bedingt, indem dicht an der Ostwand des 
Gebäudes der Felsen sich steil zum Meere hinabsenkt. Deshalb konnte 
die Thür nur auf der Südseite angebracht werden, zu welcher auch der 
Felscnpfad, der den einzigen Zugang bildet, sich emporwindet. Westlich 
vom Tempel befinden sich die Ueberreste einer Mauer, die entweder als 
Umfassung (Peribolos) gedient oder zu einem Schatzhaus gehört haben 
mag. Wir dürfen nach dem fast einstimmigen Urtheil der Forscher dies 
Gebäude wohl als einen Tempel betrachten, und zwar scheint derselbe 
der Hera gewidmet gewesen zu sein, die auf der Insel Euboea eine be-
        

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