Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724653
welche jeder wohlgezielte Schlag seine blutigen Spuren zurücklassen mufste. 
Solche furchtbare Waffe waren wohl auch die von den Alten mit dem 
Namen (npaigaa bezeichneten Faustriemen. Der nach einer Fechterstatue 
in der Villa Pamlili gezeichnete Arm (Fig. 2596) zeigt eine solche eigen- 
thümliche Armatur der Hand. Die Finger 
Fig" 260"  sind hier durch einen Metall- oder Leder- 
d  ring gesteckt, und der Arm ist mit einem 
 (Ü;   dichten Riemengeflecht bedeckt, auf welches 
 fixgv eine schildartig gestaltete Platte zum Schutz 
 um des Unterarms geheftet ist. Eine in ihrer 
E   ß! Wirksamkeit gewifs noch furchtbarere Faust- 
 riistung zeigt aber eine Fechterstatue des 
  Dresdener Museums (Fig. 260); vielleicht 
 .1,  Äfl ist es die von den Alten als die. glicderzer- 
j    malmende (nügnqxsg) bezeichnete.  Wie 
g am  die übrigen Agonen wurde auch der Faust- 
Hy, l J, xfp kampf völlig unbekleidet ausgeführt. Nach- 
fjw? F-  dem vor dem Beginn des Kampfes die 
f  Faustriemen von Sachverständigen angelegt 
j  werden waren, traten die Kämpfer auf die 
   Mensur und pflegten wohl, um die Gelen- 
 kigkeit ihrer Arme zu prüfen, einige Fechter- 
bewegungen durch die Luft zu beschreiben. Hatten die Fechter einen 
sicheren und günstigen Stand genommen, und war das Signal zum Kampfe 
gegeben, so legten sie sich mit etwas vorwärts gebogenem Oberkörper, 
wobei jedoch der Hals zurückgezogen wurde, um denselben möglichst 
weit aus dem Bereich des Gegners zu bringen, aus, eine Stellung, welche 
wir nicht allein bei der ausgezeichneten, unter Fig. 260 abgebildeten Statue, 
sondern auch bei vielen anderen erhaltenen Fechterstatuen, sowie bei Dar- 
stellungen von Faustkämpfern auf Vasenbildern zu beobachten Gelegen- 
heit haben. Durch allerlei Kunstgrilfe suchten sie den Gegner zu ermüden, 
sich selbst aber so zu decken, dafs kein Schlag sie treffen konnte. Die 
rechte sowie die linke Faust wurden, da beide stets mit Faustriemen be- 
waffnet waren, abwechselnd zum Schlagen benutzt, während der nicht 
im Angriff stehende Arm zum Pariren der Hiebe bald in Kopfeshöhe, 
bald tiefer zum Schutz der Brust und des Unterleibes vorgehalten wurde. 
Wie beim Ringkampf waren aber auch hier Behendigkeit im Ausweichen 
durch ein rasches Zurückschnellen des Körpers, ein geschicktes WVechseln 
der Stellung und des Platzes, die gröfste Anspannung der Muskeln, sowie 
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