Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724644
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Gymnastik und Agonistik. 
Das Pentatlnlon. 
Der 
Faustkampf. 
der Agonen als Sieger hervorgegangen war, nicht aber demjenigen, der 
nur in der einen oder anderen Kampfesart gesiegt hatte. Nach Böekh's 
Ansicht begann das Pentathlon mit dem Sprunge, dem der Lauf, Diskos- 
und Speerwurf und der Ringkampf folgten; andere Philologen haben 
dagegen die Reihenfolge der Agonen verändert. zweifelhaft bleibt es 
freilich, ob bei dem Pentathlon jedesmal alle fünf Kampfesarten durch- 
gekämpft worden sind oder nicht. Der Sprung, Diskos- und Speerwurf 
gehörten nothwendig zur Aufführung desselben, und sie bildeten nach 
Krauses Ansicht in seiner nGymnastik und Agonistik der Hellenene den 
'l'riagmos (zgmyuög), der jedesmal durehgekämpft wurde, während be- 
sondere Umstände wohl das Auslassen des Lauf- und Ringkampfes ver- 
anlassen konnten. 
Kein Kampf aber war mit gröfserer Lebensgefahr oder mehr mit 
Gefahr einer Verstümmelung verknüpft, als der Faustkampf (nvymj, m55). 
Ein trelfliches Bild desselben geben uns die nachstehenden Verse Homerls: 
Und sie erhoben sich beide zugleich mit den nerviglen Armen, 
Stiefsen zusammen und trafen sich schwer mit den fliegenden Fäusten. 
Furchtbar scballte der Backen Getön, und es Hofs von den Gliedern 
Strömend der Schweifs. 
Um den Schlag mit der geballten Faust noch zu verstärken, zugleich aber 
dieselbe gegen eine Verwundung zu schützen, umwand der Faustkämpfer 
(nzixmg) beide Hände mit einem Riemengeflecht (imivzsg) von Oehsenhaut 
derartig, dal's die Finger frei blieben und sich zur Faust ballen konnten. 
Die Enden dieser Riemen wurden, wie jene der Sandalen oberhalb der 
Knöchel, so hier oberhalb der Handgelenke mehrfach verschlungen und 
so befestigt, dal's die Pulsader bedeckt war. Dieses war die ältere, schon 
im Homer vorkommende Sitte, und bezeichnete man die Handbekleidung 
auch mit dem Namen pstllxaa, vielleicht weil dieselbe, wie Krause bemerkt, 
einen wohlgemeinten und schonenden Schlag bewirkte. Zur Veranschau- 
lichung eines so bewehrten Armes haben wir un- 
 Fig 259" ter Fig. 259a den einer Athletenstatue abgebildet, 
u  j an dem ein höchst künstlich verschlungenes Rie- 
 j mengeflecht den oberen Theil der Hand bis zur 
  Handwurzel in Querlagen bedeckt und über den 
 Unterarm fast bis zum Ellenbogen hinaufreicht. 
b Die Athletik begnügte sich indefs nicht mit diesem 
wohl nur Beulen, nicht aber gerade Wunden ver- 
ursachenden Schlagriemen; sie besetzte vielmehr denselben mit Streifen 
gehärteten, scharfen Leders oder mit Nägeln und bleiernen Buckeln, durch
        

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