Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724630
Gymnastik und Agonistik. 
Der Diskoswurf. 
Der Speerwurf. 
Das Pentathlon. 
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dazu verwendet. Der Diskos der historischen Zeit war linsenförmig, einem 
kleinen Rundschilde ähnlich, ohne Ilandhabe und deshalb schwer zu fassgn; 
der Diskobolos aber boe die Fin erspitzen ü er 
Fig" 258 den Rand der Scheibe, 5m dieselbi in ihrer Lage 
FR: auf der Handfläche und dem Unterarme festzu- 
halten (Fig. 258). Die Gröfse des Diskos rich- 
(Db tete sich auf den Uebungsplätzen wohl nach den 
Ä l JQÄX Kriiften der in jeder Riege gemeinsam Turnenden, 
xijhi  .1 wahrend bei den olfentlichen Spielen derselbe 
RQV  jedesfalls für alle Kämpfer von gleicher Grofse 
k   und Schwere war. Der Wurf geschah von einer 
sxxx  kleinen Erderhöhung aus, ßalßig genannt, und 
N  A  der weiteste Wurf, mochte ein bestimmtes Zie 
{ist j , l abgesteckt sein oder nicht, entschied den Sieg. 
  Konnte nun schon der Diskoswurf als eine 
Z unmittelbare Vorschule für den Krieg gelten, so 
   w war dies noch bei weitem mehr bei den Uebun- 
f gen im Speerwurf (äxdvztov, äxovzioizäg) der 
Fall, der schon in der homerischen Zeit bei den Kampfspielen eine hervor- 
ragende Stellung einnahm und später in den Kreis der gymnastischen 
und agonistischen Uebungen aufgenommen wurde. Während aber im Homer 
dieser Wettkampf in voller Rüstung und mit scharfen YVaffen vorgenommen 
wurde, kamen in den Gymnasien wohl nur stumpfe Stäbe, ähnlich unseren 
Geren, zur Anwendung. Mit solchen spitzenloscn Wurfstangen in den Hän- 
den erblicken wir denn auch auf Vasenbildern oftmals Epheben, und die 
Art und Weise, wie dieselben einen oder zwei dieser Gere halten, dürfte 
unsere, oben ausgesprochene Vermuthung, dafs in diesen Turngeräthen keine 
Springstangen, sondern Wurfwafien zu erkennen seien, bestätigen. Im 
Uebrigen verweisen wir in Bezug auf die Gestalt des griechischen SpeereS 
auf den Abschnitt über die kriegerische Rüstung, ä54.  
Diese fünf beschriebenen Uebungen, nämlich der Lauf, der Sprung, 
das Ringen, der Diskoswurf und der Speerwurf, bildeten den mit dem 
Aufblühen der vier grofscn hellenischen Festspiele in Griechenland einge- 
führten Fünfkampf, nävraälov. An einem und demselben Tage Würden 
jene fünf Wettkämpfe hintereinander vorgenommen, und gerade die Mannig- 
faltigkeit des Pentathlon weckte bei den kräftigeren Männern das Ver- 
langen, in demselben ihre in der Schule der Gymnastik erlangte Gewandt- 
heit und Stärke zu zeigen und um den Kranz zu ringen. Dieser Kampf- 
preis wurde aber nur demjenigen zuerkannt, welcher aus allen Gattungen , 
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