Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724628
256 
Gymnastik und Agonistik. 
Der 
Rmgkamvf- 
Diskoswurf. 
Der 
ist sein rechter Arm von der kräftigen Faust des Siegers an der Hand- 
wurzel gepackt und wird nach hinten in die Höhe gedrückt. In den Zügen 
des Unterliegenden aber malt sich der 
Fig" 251 durch diese gewaltsame Verrenkung des 
s ß Oberarms verursachte Schmerz, sowie 
twfältäyy. I? seine letzte Anstrengung, sich den Um- 
   schlingungen zu entziehen. Manche an- 
"J   riix;  X dere von den alten Schriftstellern gege- 
  bene, auf den Ringkampf sich bcziehende 
Q    I, Schemata übergehen wir hier, da ihre 
  7 ff  Erklärung nicht überall fest steht. 
" d  t   Unsere Erklärung der vierten Uebung 
i WJÄQI   in der Gymnastik, des Diskoswurfes 
(ämxoßolia), wollen wir an die Betrach- 
tung einer unstreitig schon im Alterthum 
angefertigten, aber in einzelnen Theilen etwas veränderten Nachbildung der 
berühmten Statue eines Diskoswerfers des Bildhauers Myron anknüpfen 
(Fig. 258). Der Oberleib des Diskoswerfers ist nach vorn mit einer Beugung 
zur rechten Seite hin gesenkt und findet seinen Ruhepunkt auf dem linken 
Arm, dessen Hand auf der Kniescheibe des etwas nach vorn gekrümmten 
rechten Beines aufgestützt ist. Der Schwerpunkt des Körpers ruht also 
auf dem rechten Fufse, während das linke, nur mit den Zehen auf den 
Boden gestützte Bein das Gleichgewicht herstellt. Zum Wurf des schweren 
Diskos, welcher auf der inneren Fläche des Unterarms und der Hand ruht, 
ist der rechte Arm rückwärts über die Schultcrhöhe gehoben, um mit 
voller Kraft die Scheibe im Bogenwurf schleudern zu können. Nacken 
und Haupt aber sind nach der rechten Seite hin übergebeugt, so dafs 
der Diskobolos mit seinem Blicke priifend die Stellung der rechten Seite 
seines Körpers zu überschauen vermag. Diese Stellung beim Schleudern 
der Diskosscheibe, welche auch in einer beim Philostratos (Imag. I, 24) 
erhaltenen Schilderung eines Diskobolos ihren Beleg findet, war wohl die 
schulgerechte und hat mit der Stellung unserer ICegeIschieber einige Aehn- 
lichkeit, nur dal's hier die Kugel in gerader Richtung, dort aber der 
Diskos im Bogenwurf fortgeschleudert wird. Das Spiel mit dem Diskos 
ist mit einer Anzahl der ältesten Götter- und Heroönsagen verweht, und 
im Homer wird der Diskoswurf bereits als ein Lieblingsspiel der Männer 
erwähnt. Der homerische Diskos, 663.0; genannt, bestand aus einem roh 
gegossenen (aüzoxdwvog), sehr schweren Eisenstück oder, wie bei den 
Phäaken, aus Stein. Später wurde Erz oder auch eine schwere Holzart
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.