Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724608
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Gymnastik und Agonistik. 
Der Ringkampf. 
gor. Vol. ll. Tav. 87) mit Darstellungen von Scenen aus der Palästra oder 
dem häuslichen Leben, stets abgebildet ist. Meistentheils erscheint es hier 
in Verbindung mit dem zur Aufbewahrung des Oels 
Fig'254' nothwendigcn kugelförmig gestalteten Gefäfse. Zur 
äaßß'äfrsa Veranschaulichung diene der unter Fig. 254 darge- 
 stellte vollständige Reinigungsapparat, bestehend aus 
q l einer an Schnüren hängenden Oelflasche, aus Schab- 
ll. eisen von verschiedener Länge und aus einem Hand- 
 spiegel, welcher sich im Original im Musco Borbonieo 
f  ä  befindet. Die Art des Gebrauches dieses Instrumentes 
 zeigt aber besonders deutlich die schöne Statue eines 
s sich abschabenden Athleten im Museo Chiaramonti 
v (Fig. 255), welche unter dem Namen des "Arroävö- 
pevog bekannt ist.  In keiner anderen Art des 
Figiöä Wettkampfes bedurfte es aber einer schulgerechteren 
f] Bildung, als im Ringkampfe. Hier entschied nicht 
 blos die rohe Kraft, sondern ein festes Auge, die 
f"  geschickte Benutzung jeder vom Gegner gegebenen 
    Blöfse, die Anwendung gewisser in der Ringschule 
pi erlernter und erlaubter Griffe, sowie die Ueberlistung 
f". U des Gegners durch trügerische Wendungen und Stel- 
Xil i, 11" l lungen, wobei es aber gleichzeitig darauf ankam, dafs 
{Xilxx die Bewegungen gefällig und anständig waren. Die 
k  _j' Ringschule hatte gewisse Regeln, welche die Kämpfer 
t ff  nicht überschreiten durften; mit unseren humaneren 
  Ansichten stimmen dieselben freilich nicht überein, 
 f  da zwar im Alterthum, wie auf unseren "llurnplätzen, 
  das Schlagen des Gegners verboten war, nicht aber 
 das Stofsen (cöäodiuög), das gelegentliche Umknicken 
V i  ' der Finger und Zehen, um den Gegner an der 
_'J    Fortsetzung des Kampfes zu hindern, sowie das 
   Umschlingen des Halses mit den Händen. Auch 
das Zusammenrennen mit den Köpfen gegeneinander (crvuagcäzzaiv 1d 
yärwrra) war gestattet, wenn nicht vielleicht darunter ein Aneinander- 
drängen der" Stirnen zu verstehen sein sollte, eine ja auch auf unseren 
Ringplätzen erlaubte Stellung. Diese letztere Art des Kampfes glauben 
wir auf einem Vasenbilde der Blaeaäschen Sammlung (Musee Blacas T. I. 
pl. 2, vergl. eine ähnliche Darstellung im Musco Pio Clementino Vol. V. 
pl. 37) zu erkennen, wo zwei nackte Ringkämpfer, mit den Köpfen gegen-
        

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