Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724594
Die 
zwischen 
tung der 
höchst charakteristische Schilderung H0mer's des Ringkampfes 
dem Telamonier Aias und Odysseus mag uns in die dritte Gat- 
Agonen, in den Ringkampf (milq), einführen: 
Als sich Beide gegürlet, da traten sie vor in den Kampfkreis, 
Fafsten sich dann einander, umschmiegt mit gewaltigen Armen etc. 
Beiden knirscht] auch der Rücken, von stark umspannenden Armen 
Angestrengt und gezuckt; und nieder strömte der Schweifs rings; 
Aber häufige Striemcn entlang an Seiten und Schultern, 
Roth von schweilendem Blut, erhuben sich; und mit Begier stets 
Rangen sie Beide nach Sieg, um den schön gegossenen Dreifufs. 
Weder vermacht? Odysseus im Ruck auf den Boden zu schmeLlern, 
Noch auch Aias vermochV es, ihn hemmle die Kraft des Odysseus elc. 
 . . .  . Doch der List nicht sparel? Odysseus, 
Schlug ihm von hinten die Beugung des Knies, und löste die Glieder: 
Rücklings warf er ihn hin, und es sank von oben Odysseus 
Ihm auf die Brust.       
etc. 
Wie aus dem ersten Verse hervorgeht, traten die Ringkämpfer bei Homer 
noch mit dem Schurz umgürtet auf, und erst mit der 15. Olympiade liel 
auch in diesem Wettkampfc die Bekleidung fort. Ebenso scheint auch die 
für den Ringkampf sehr wesentliche Sitte, den Körper einzuölen, bei 
allen Agonen erst in der nachhomerischen Zeit aufgekommen zu sein. 
Das Salben des Körpers mit Oel (älmov) diente dazu, die Gliedmafsen 
geschmeidig und elastisch zu machen und kam deshalb wie bei dem Ring- 
kampf, so in allen übrigen palästrischen Uebungen in Anwendung. Um 
aber zu verhindern, dal's die im Kampfe umschlungcnen Glieder nicht all- 
zuleicht sich den Umschlingungen des Gegners entwanrlen, pflegten die 
Kämpfer ihren Körper mit Staub zu bestreuen. Aufserdem trägt, wie 
Lucian sagt, diese zwiefache Einreibung der Haut dazu bei, das allzustarke 
Schwitzen zu verhindern, verwahrt die Haut, deren Poren bei so heftigen 
Uebungen überall offen sind, gegen die nachtheiligen Wirkungen der Zug- 
luft und stärkt die Kräfte zur längeren Ausdauer im Kampfe. Dieses Ein- 
reiben der Glieder war das Amt des älsimqg, des Einsalbers. Natürlich 
mllfste nach Beendigung des Kampfes eine gründliche Reinigung des Kör- 
perS vorgenommen werden und hierzu bedienten sich die Alten des unter 
dem Namen dzlsyyig (slrigilis) bekannten Schabeisens, das auch nach 
jedem Bade ZllP Reinigung der Glieder benutzt wurde. Dasselbe bestand 
aus einem löifelartig ausgehöhlten Instrumente aus Metall, Knochen oder 
Rohr, mit einem Griff versehen, und es ist natürlich, dal's dieses im täg- 
lichen Leben so vielfach gebrauchte Instrument auf Vasenbildcrn (Gerhard, 
auserlesene griechische Vasenbilder. Taf. CCLXXVII. CCLXXXI, Mus. Gre-
        

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