Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-724480
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Tonkunst. 
Malen, Kymbalen, Tympanou. 
hören die Castagnetten, die Becken und die Pauke. Man darf jedoch wohl 
annehmen, dal's ebenso, wie diese Instrumente noch heutzutage bei den 
Tänzen der ländlichen Bevölkerung im Süden ltiuropak die allgemein be- 
liebte Begleitung zur Bezeichnung des Rhythmus bilden, auch im Alterthum 
schon dieselben bei Tänzen des alltäglichen Lebens von den Tänzern selbst 
oder von den Zuschauern gespielt wurden. Die Castagnetten (xgözaloz), 
deren Erfindung den Sieilianern zugeschrieben wurde, bestanden, ähnlich 
den heutzutage im Süden gebräuchlichen, aus zwei oder mehreren, an 
ihrem einen Ende durch ein Band oder Charnier miteinander verbundener 
 Fig. 249. Rohr- oder Holzstäbchen, Muscheln oder Metall- 
stückchen, welche mit den Fingern nach dem 
  Rhythmus des Tanzes oder der denselben beglei- 
i  f, tenden lnstrumentalmusik gegeneinander geschlagen 
wurden. Alle drei unter Fig. 249 abgebildeten 
Castagnetten finden sich in den Händen tanzender Frauenzimmer auf Wand- 
gemälden und Vasenbildern vor, und erklärt sich aus der Stellung der 
Finger ihr Gebrauch von selbst.  Aehnlich den bei unserer Militairmusik 
Fig 250 eingeführten Becken waren die Kym- 
 ' balen (xüußala), zwei halbkugelförmig 
ijßnki k gestaltete metallene Becken, wie die 
N   nach einem Marmorrelief abgebildete 
f   Tänzerin (Fig. 250a) zeigt; sie wurden 
 "ß-l L  mit der hohlen Hand gefafst und gegen- 
   einandergeschlagen, oderwaren zu diesem 
j f h ,  H I- Behufe, wie unsere Becken, mit Haltern 
XI  i i l von Leder versehen (vergl. die Darstel- 
M," "j i! i. lung auf einem WVandgemälde im Museo 
n  Ü.   Borbonico. V01. XV. Tav. 47). Diese 
Kymbalen, sowie mannigfach geformte 
u b Klangbleche waren vorzugsweise bei den 
orgiastischen Culten des Dionysos und der Kybele im Gebrauch; auch 
wurden sie nicht selten an den Zweigen heiliger Bäume aufgehängt (vgl. 
Fig. 1), wo sie dann das Spiel der Winde in Bewegung setzte.  Noch 
lärmender war der "llon des Tambourins (zzipnavov), eines mit einem Felle 
überzogenen breiten Holz- oder Metallreifens, an welchem ringsum zur 
Vermehrung des Lärmens Schellen und Klangbleche, sowie zur Verzierung 
gjnien belgeitiglt Wlllidßll _(Fig. 2511i. hftuf Lfalsbcnbiälern eiächeing iäaälgym- 
non me r ac auc1 mit einem o en, a run gewö ten c a "auch 
versehen, wodurch dasselbe unserer Kesselpauke gleicht.  Wir schliefsen
        

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