Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722129
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Vorstufen des Tempelbaus. 
Abbildungen aus späterer Zeit bekunden dies mannigfach, wie z. B. auf 
Fig. 1 eine heilige Fichte dargestellt ist, an welcher eigenthümlich ge- 
 knotete Binden und Klangbleche (Krotalen) aufge- 
 hängt sindä wie dsie im (Ätflt des Bacchus üblich 
r  ß waren, un vor er ein tar zur Aufnahme von 
 Opferspenden bestimmt war. 
m5 wjiäöäVä Von Bergen galten namentlich der Parnassos 
 und der Olympos als Lieblingssitze der Götter, und 
    nicht selten findet es sich auch, dal's sich gewisse 
ßiq j f Culte an natürliche Höhlen knüpfen, die wegen des_ 
G31   aufscrgewöhnlichen Eindruckes, den sie auf das 
y li, menschliche Gemüth hervorbrachten, leicht als Sitze 
' gwülflui überirdischer Gewalten betrachtet werden konnten. 
Q  S0 erzählt Pausanias, dal's eine in einer Felsen- 
 i'lliiiti'täu'iätaositetiläiagiliitffcilärlfiiä 2:1: 
 L sich in derselben ein Orakel befunden habe, wel- 
 ches durch Würfel die Zukunft oiTenbarte. Neuere 
 Reisende glauben diese Orakel-Höhle 
{lgm  des Herakles in der unter Fig. 2 dar- 
 gestellten Felsenklippe wieder auf- 
  gefunden zu haben. Dieselben he- 
r, g merken, dal's Qman. dem natürlichen 
r    Igelsblocke (Lbälßlilllllfh einäbästimmtl: 
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  oben die Figur eines rohgearbeite- 
 "mtällliilieäiiimifnäaäiialch, G, 
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   "All  j bräuche auf solche Zeiten zurück- 
zugehen scheinen, in welchen man die Götter mehr als allgemeine unbe- 
stimmte Mächte verehrte, scheint das Bedürfnifs eigentlicher Tempelbauten 
erst dann entschiedener hcrvorgetreten zu sein, als man sich die Götter 
unter dem Bilde bestimmter menschlicher Gestalten zu denken und als 
solche darzustellen begann. Da erst galt es, der so geschalfenen Gestalt, 
die als Bild und Vertreter des Gottes angesehen wurde, einen gesicherten 
und schützenden Aufenthaltsort zu schaffen. Auch hier konnte man zu- 
nächst zu Naturgegenständen greifen, die mit der Natur der Gottheit in 
irgend einer Verbindung gedacht wurden, und dieselben Bäume, die früher 
als Sitze göttlicher Mächte angesehen worden waren, konnten nun auch
        

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